KFC Uerdingen hält gegen BVB lange gut mit

Aus in der 1. Runde : BVB beendet Pokal-Traum des KFC Uerdingen

Vor allem in der ersten Hälfte hielt der KFC gegen Borussia Dortmund gut mit – nach der Pause setzte sich der Favorit jedoch durch.

Fußball-Drittligist KFC Uerdingen hat das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund mit 0:2 verloren. Vor 32 110 Zuschauern in Düsseldorf trafen Marco Reus und Paco Alcacer für die Gäste zum 2:0-Erfolg, der aufgrund der zweiten Hälfte verdient ausfiel.

Der Moment des Spiels

Was wäre wohl gewesen, wenn Uerdingens Angreifer Osayamen Osawe bessere Nerven in der 38. Minute besessen hätte? Eine Nachlässigkeit von Mats Hummels nach einem Rückpass nutzte der Nigerianer nicht zur Führung, als er allein auf das Tor von BVB-Schlussmann Marvin Hitz zulief. Er schoss weit vorbei.

Der Mann des Spiels

Aus Uerdinger Sicht war es der KFC-Torwart Lukas Königshofer, der wieder einmal der Turm in der Schlacht war. Mehrmals rettete er seine Mannschaft mit Paraden vor dem Rückstand. Bei beiden Gegentreffern war er schuldlos.

Der Aufreger des Spiels

War es ein Handspiel von Marco Reus vor seinem Treffer zum 1:0? Eine knappe Entscheidung. Doch einen Videobeweis gibt es nicht. Proteste der Uerdinger blieben aus.

Die Chronik des Spiels

Der KFC lief in hellblauen Trikots auf. Wie damals, 1986 beim „Wunder von der Grotenburg“ gegen Dynamo Dresden. Der Gegner spielte wie am Freitag in Schwarz-Gelb. KFC-Trainer Heiko Vogel stellte Osayamen Osawe in die Spitze. Franck Evina attackierte über die linke Seite. Assani Lukimya, in der Liga gesperrt, spielte in der Innenverteidigung. Nach acht Minuten prüfte Roberto Rodriguez nach einem Konter Dortmunds Torwart Marvin Hitz. Auf der Gegenseite dribbelte sich Thorgan Hazard auf der rechten Seite durch bis zur Grundlinie, KFC-Schlussmann Lukas Königshofer konnte den Ball nicht richtig greifen, dieser rollte zur Seite weg. Bei einem Kopfball von Mats Hummels war der Torhüter dann mit den Fäusten zur Stelle. Der KFC verteidigte sehr defensiv, ließ die Borussen bis 25  Meter vor dem eigenen Tor gewähren. Dortmund spielte um den Strafraum herum. Königshofer parierte auch gut gegen Paco Alcacer (27.). Der Österreicher hellwach.

Nach 30 Minuten hatte der Vizemeister, der die Krefelder am eigenen Strafraum einschnürte wie im Handball üblich, noch keine Großchance zu verzeichnen. Die Uerdinger frech, Selim Gündüz mit einer Drehung über den Ball wie einst Zinedine Zidane, oder Franck Evina, der Julian Weigl durch die Beine spielte. Dann die beste Chance für den KFC: Hummels nachlässig gegen den heranstürmenden Osayamen Osawe, der aber schoss am Tor vorbei. Im Gegenzug zielte der Dortmunder Routinier am Uerdinger Gehäuse vorbei.

Nach der Pause dann aber der Führungstreffer für den Bundesligisten: Flanke Manuel Akanji, Tor Marco Reus (49.). Das Spiel lief weiter in eine Richtung. Ballbesitz BVB, viel Schnörkel, aber wenig Chancen. Doch die Dauerbelagerung hielt an. Die Dortmunder ließen den Ball durch die Reihen laufen. Uerdingen hatte kaum Entlastungsphasen. Dann ein Freistoß: Paco Alcacer nimmt Maß: 2:0 (70.). Die Spannung war raus. Der BVB kontrollierte Ball und Gegner. Die Zeit lief ab. Um 22.37 Uhr war die Rückkehr der Krefelder in den DFB-Pokal nach 18 Jahren beendet.

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