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KFC Uerdingen: Grimaldi zeigt Biss und gutes Timing

Fußball : KFC Uerdingen: Grimaldi zeigt Biss und gutes Timing

Der Stürmer des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen arbeitet sich an alte Form heran, spielt gegen Lübeck 90 Minuten durch

Es war ein Tor, als hätte man es für einen Lehrfilm extra präsentieren lassen. Vorstoß des ballführenden Dave Gnaase in die gegnerische Hälfte, Abspiel auf Christian Kinsombi, der vom aufrückenden Linksverteidiger Christian Dorda auf Höhe des Sechzehners hinterlaufen wird und den Ball in den Fuß gespielt bekommt. Seine Flanke fliegt punktgenau in den Strafraum, wo sich der großgewachsene KFC-Stürmer Adriano Grimaldi hochwuchtet, den Ball trotz enger Bewachung aus wenigen Metern im Tor des VfB Lübeck per Kopf versenkt.

Ein Spielzug wie einstudiert
führt zum Tor

Prima, mochte man als KFC-Verantwortlicher da nach nur sechs Minuten Spielzeit sagen. Die Abläufe stimmten. Ein Spielzug wie einstudiert, der offenbar für die Qualitäten des Angreifers Grimaldi maßgeschneidert war. „Seine Größe und sein Timing“, sagte Trainer Stefan Krämer später, seien für diesen Treffer in der Vollendung ausschlaggebend gewesen. Ein Stürmer als Zielspieler, der Flanken verwerten kann, aber auch im Mittelfeld, kurz vor dem Dribbling Gnaases, den Angriff mit eingeleitet hatte. „Er macht viele Bälle fest, hat viel gerackert“, fasste Krämer die Arbeit des 29-Jährigen am Freitag gegen Lübeck zusammen: „Auch ohne sein Tor wäre ich mit ihm zufrieden gewesen.“ Immer wieder nahm Krämer während der zweiten Hälfte mit seinem Frontmann Kontakt auf, fragte nach seinem körperlichen Befinden und der Frische. Grimaldi signalisierte ihm immer wieder dem Vernehmen nach: Ich kann noch, Trainer. Erstmals seit 19. Dezember gegen Kaiserslautern spielte der Deutsch-Italiener mal wieder 90 Minuten durch. „Er war am Freitag in einem sehr guten Zustand und hat für uns eines der besten Spiele gemacht. Er ist auf einem guten Weg zurück zu seiner alten Form.“ Privat schiebe Grimaldi sogar Extrastunden. Seine Regeneration verlaufe schneller. Bis Mittwoch, so hofft Krämer, wenn der KFC nach Meppen reist, sei der Stürmer wieder einsatzbereit.

Der wuchtige Grimaldi wird für die Uerdinger im Abstiegskampf noch von Bedeutung sein, wenn er weiter verletzungsfrei bleibt und seiner Form von einst immer näher kommt. Erst zwei Saisontreffer stehen auf seinem Konto. Nicht viel für einen wie ihn, der sein Revier im und rund um den Strafraum hat. Zu nennen ist hier aber seine beispiellose Verletzungsgeschichte im Trikot des KFC, die ihn seit seiner Ankunft in Krefeld vor zwei Jahren zu einem Dauer-Rekonvaleszenten machte. Nur 32 Partien hat er für den Drittligisten seitdem bestritten. Immer wieder musste er sich nach langen Ausfallzeiten zurückkämpfen.

Ob der dauerverletzte Osayamen Osawe in dieser Saison überhaupt noch einmal zum Einsatz kommt, glaubt Krämer indes nicht. Sturm-Kollege Muhammed Kiprit, mit dem sich Grimaldi die vorderste Position im Wechsel teilt, ließ zuletzt die unbedingte Torgefahr vermissen. Heinz Mörschel schießt wunderschöne Freistoßtore, nur jetzt für Tabellenführer Dynamo Dresden. So wird es auch darauf ankommen, dass Grimaldi in den letzten zwölf Partien der Saison noch der Vorbereiter und Vollstrecker wird, den sich die Krefelder im Januar 2019 versprochen haben.