Fußball: KFC Uerdingen: Der nächste Streich ohne Sieben

Fußball: KFC Uerdingen: Der nächste Streich ohne Sieben

Die Liste der Ausfälle bei den Uerdingern wird länger und länger. Die Undiszipliniertheit von Ellguth wird Folgen haben.

Krefeld. Seinen Humor hat André Pawlak trotz der heiklen Personallage des KFC Uerdingen nicht verloren. Nachdem sich durch die Rote Karte für Patrick Ellguth nach einer Schiedsrichter-Beleidigung die Zahl der Zwangspausierenden beim Tabellenführer auf sieben gesteigert hatte, sagte der Trainer: „Am besten packen wir den Rest der Mannschaft jetzt in Watte und erst nach der Busfahrt nach Bocholt am Sonntag wieder aus.“

Dann geht es für den Ligaprimus wieder um wichtige Punkte. Sechs Verletzte befinden sich derzeit im Lazarett des Oberligisten. Die Offensivspieler Philipp Goris, Aleksandar Pranjes und Charles Takyi absolvieren zwar schon Lauftraining, ihre Rückkehr ins Mannschaftstraining aber wird nach einer Prognose Pawlaks noch zwei bis drei Wochen dauern.

Schwieriger ist die Vorhersage bei Rechtsaußen Sebastian Hirsch. Er hat ein Nervenleiden an der Leiste, ein altes Problem, das vor wenigen Wochen wieder auftrat. Sascha Tobor bekam an seiner Fleischwunde aus dem Pokalspiel gegen Duisburg gestern die Fäden gezogen. Er wird schnell zurückerwartet, vielleicht sogar schon in der nächsten Woche. Verteidiger Vincent Wagner kuriert seinen vor einer Woche erlittenen Adduktoren-Faserriss aus. Ein Einsatz gegen Bocholt kommt aber für alle Rekonvaleszenten zu früh.

Besonders verärgert zeigte sich Pawlak daher über die Undiszipliniertheit Ellguths: „Das ist total unnötig. Ich kann die Reaktion nicht nachvollziehen.“ Der Trainer kündigte eine Sanktion an, die sich als gehöriger Obolus in die Mannschaftskasse niederschlagen dürfte. Die Problematik, die durch die sieben Ausfälle entsteht, liest sich vielleicht noch nicht aus den Ergebnissen ab, Pawlak aber sagt: „Viele Leute müssen durchspielen. Keiner kann mal raus und frische Gedanken sammeln. Gerade für den Kopf ist es schwer, nicht so sehr für den Körper. Wir haben jede Woche Druck, müssen jedes Spiel gewinnen.“

Pawlak berichtet auch von der Trainingsintensität, die leide. Noch nie habe er mit der Mannschaft in Bestbesetzung trainieren können: „Wenn das mal der Fall ist, schmeiße ich eine Party.“ Schlägt sich eine mentale Müdigkeit bald auch in den Ergebnissen nieder, wäre das Unternehmen Aufstieg in Gefahr. Derzeit aber kompensiert die Mannschaft noch die Unwucht im Kader, auch durch Jungspunde wie Johannes Dörfler oder Marvin Matten.

Im Ermessensspielraum des Trainers liegt es, wann Pawlak die Rückkehrer ins Teamtraining wieder in Punktspielen einsetzt. Folgeverletzungen sollen tunlichst vermieden werden, es würde die Aufgaben nur komplizierter machen. Ein Ruf nach Verstärkung ist für Pawlak derzeit kein Thema: „Alle Positionen sind doppelt besetzt. Jeder im Kader wird gebraucht. Ich habe Vertrauen in die Spieler.“