Fußball: KFC Uerdingen: Das zeichnet Mittelfeldspieler Öztürk aus

Fußball : KFC Uerdingen: Das zeichnet Mittelfeldspieler Öztürk aus

Öztürk Tanju ist ein Mittelfeldspieler mit dem gewissen Riecher - mit seinem Treffer gegen Münster hat er den KFC Uerdingen auf Platz zwei geschossen. Und sein Team aus einer misslichen Lage gerettet.

Tanju Öztürk war der erste Spieler, der nach dem 1:0-Sieg am Samstagnachmittag im Preußenstadion zu Münster die Mixed Zone betrat. Der Erste, der den Rasen des Erfolges Richtung Kabine verließ. Der Mann, dessen abgefälschter Schuss in der 78. Minute den Sieg des KFC Uerdingen perfekt gemacht hatte.

Der Ball, über die linke Seite von Christian Dorda und Oguzhan Kefkir in die Mitte gelegt, war die richtige Vorlage für den Mittelfeldspieler. Ein Schuss, abgelenkt durch Sandrino Braun, nichts zu machen für Münsters Torwart Schulze Niehues. Wieder mal ein glückliches Ende für die Krefelder. Platz zwei in der Tabelle. 13 Punkte nach sechs Spielen.

Öztürk sagte: „Es war ein sehr gutes Spiel. Wir hatten mehr Chancen. Mir ist es egal, wer die Tore macht. Wir hätten früher schon das Tor erzielen können.“ Da war sie. Die Bescheidenheit des Siegtorschützen, der sein Team aus einer misslichen Lage gerettet hatte. Zwar erspielten sich die Uerdinger mehr Gelegenheiten als noch im Heimspiel gegen Großaspach. Mit dem Torerfolg wollte es aber nicht so recht klappen.

Trainer Stefan Krämer hatte diesmal Stefan Aigner als Mittelstürmer aufgeboten. Erstmals in dieser Saison. Eine Reaktion auf die Vorwoche, als zu viele Bälle im Angriff verloren gingen und zu schnell in die Hälfte der Krefelder zurückflogen.

Maximilian Beister wich auf seine gelernte Position auf den rechten Flügel aus. Krämer: „Es hat sich schon im Training gezeigt. Aigner hat die Bälle gut festgemacht. Maximilian hat auf seiner alten Position gut gespielt.“ Die Krux war: Aigner und Beister verpassten bei ihren guten Gelegenheiten den Führungstreffer. So sah es nach einem erneuten Spiel ohne eigenen Treffer aus.

Doch der KFC zeichnet sich auch in dieser Saison durch Torgefahr aus anderen Mannschaftsteilen aus. Das Mittelfeld: Beispiel Öztürk, aber in den Vorwochen auch Spieler wie Linksaußen Oguzhan Kefkir (zwei Saisontreffer) oder Ali Ibrahimaj (zwei Treffer), den Krämer eher als Zehner sieht. Der Trainer sagt: „Mir ist es wichtig, dass die Torgefahr auch aus dem Mittelfeld kommt, so dass die Last nicht nur auf den Schultern von ein oder zwei Spielern liegt. Es ist gut, wenn die Anderen in die Bresche springen. Das ist eine Qualität, die das Team braucht.“

Krämer fühlte sich bei Öztürks Tor in Münster an das Aufstiegsspiel in Mannheim erinnert, als der 29-Jährige schon einmal aus ähnlicher Situation das vorentscheidende 2:1 erzielte. Öztürk ist bekannt für sein Gespür, sich aussichtsreich in Angriffe einzuschalten, Torgefahr zu antizipieren.

Es passt ganz gut, dass die Mittelfeldspieler Abschlussqualitäten mitbringen. Maximilian Beister, der bisher als Mittelstürmer blass geblieben war, ist noch ohne Torerfolg. Aigner steuerte auch erst einen Treffer der insgesamt acht in sechs Partien bei.

Das macht den KFC nicht gerade zu einer Tormaschine, irgendwie aber reicht es dennoch immer mal wieder zum Sieg, weil auch die Defensive wenig Chancen zulässt. Verteidiger Christian Dorda: „Tanju hat es super gemacht. Er bringt die nötige Präsenz mit, ist immer irgendwie da. Wir sind immer für ein Tor gut.“ Und Torwart René Vollath befand: „So etwas muss man auch erzwingen. Dann fallen auch mal komische Tore.“

Eine schlechte Nachricht gab es aber dennoch: Dennis Daube schied mit Verdacht auf Innenbandriss im Knie aus. Der Vertrag mit U 23-Spieler Joshua Endres wurde aufgelöst.