KFC Uerdingen: Das sind die Säulen Mannschaft

KFC Uerdingen : Das sind die Säulen des KFC Uerdingen

Drei Zugänge sollen den Fußball-Drittligisten in dieser Spielzeit auf und neben dem Feld anführen. Trainer Heiko Vogel stellt die Führungsspieler vor.

Das Gerüst einer Mannschaft trägt ein Team über die gesamte Spielzeit. Führungsspieler heißen diese Akteure im Sprachgebrauch. Eine Achse sollen sie auf dem Spielfeld bilden und werden durch den Trainer mit der Führung der Mannschaft betraut. KFC-Trainer Heiko Vogel hat seine Säule bewusst gewählt. Dass es sich dabei um drei Zugänge handelt, mag auf den ersten Blick verwundern. Aber KFC-Boss Mikhail Ponomarev sagt: „Wir haben bei den Zugängen vor allem auf Charakter und mentale Fähigkeiten geachtet.“ Unsere Redaktion stellt die Säulen der KFC-Mannschaft vor.

Lukas Königshofer

Mittelmaß? Das ist nicht die Welt von Lukas Königshofer, dem neuen Torwart des KFC Uerdingen. Im Trainingslager erzählte er, wie er in Krefeld eine neue Herausforderung finden wollte. Er verließ also die Komfortzone Unterhaching – wie sie ihm vorkam - und ging nach Uerdingen, um sich dort neu zu beweisen und vielleicht noch ein Stück weiter nach oben zu kommen. Der dazugehörige Erfolgsdruck hat den 30-Jährigen offenbar nicht gestört – er hat ihn gesucht. Mit seinen 1,93 Meter Größe strahlt der Österreicher aus Wien eine Präsenz zwischen den Pfosten aus, die auch Eindruck machen kann auf die Stürmer. Vogel: „Trotz seiner Größe von 1,93 Meter ist er sehr gut im Eins-gegen-Eins. Es war eine Entscheidung für Königshofer, nicht gegen Vollath.“

Der Österreicher soll der Rückhalt sein. Er soll seine Abwehr dirigieren und Sicherheit ausstrahlen. Trainer Heiko Vogel sagt über seine neue Nummer eins: „Er ist ein positiver Typ. Er ist sehr kommunikativ und spricht viel.“ Das konnte man auch über Königshofers Vorgänger René Vollath behaupten. Der mittlerweile Ausgemusterte stellte bis auf wenige Ausnahmen auch einen sicheren Rückhalt dar, legte den Finger in die Wunde.

Königshofer bringe eine starke Mentalität mit, sagt Vogel: „Er ärgert sich über Gegentore, auch im Training.“ Zudem verfügt der Wiener auch über eine Kompetenz, die im modernen Torwartspiel immer wichtiger geworden ist: Die fußballerischen Qualitäten. Ein Torhüter muss heute in der Lage sein, als Anspielstation zu dienen, das Spiel zu eröffnen, präzise Pässe zu spielen, kurz oder lang. Die Kernkompetenz aber darf nicht fehlen. Das Vereiteln von Torchancen des Gegners als Retter in letzter Not. Er kennt die 3.Liga, ist viel herumgekommen. Er weiß, was auf ihn zukommt. Rapid Wien, Stuttgarter Kickers, Halle, Unterhaching.

Andreas Maxsö

Noch klappt es bei Andreas Maxsö noch nicht so gut mit dem Deutschen. Der 25-jährige Däne, vom Erstligisten FC Zürich gekommen, behilft sich noch mit Englisch. Dauerhafte Verständigungsprobleme aber dürfte der Neuzugang nicht haben. Die gängigsten Kommandos auf dem Feld sind schnell zu erlernen, junge Leute finden schnell den Draht zueinander. Wie Trainer Heiko Vogel sagt, habe sich der Innenverteidiger auch schon gut in die Mannschaft integriert. Maxsö, der erst Anfang Juli ins Trainingslager in Österreich dazukam und dadurch gut zwei Wochen Training verpasste, befeuert einen Konkurrenzkampf in der Abwehrkette. Er wird sich mit den früheren Bundesliga-Profis Dominic Maroh und Assani Lukimya um zwei Posten streiten. Einer der drei Hochkaräter muss künftig draußen sitzen.

In der Vorbereitung deutete sich schon an, dass Maxsö einer der beiden Innenverteidiger sein wird. „Er ist ein ganz zentraler Spieler für uns“, sagt Vogel. Mit seinen 1,90 Meter Größe ist er robust, zudem auch gut in der Luft gegen hohe Bälle. Daneben aber sei er auch ein spielstarker Abwehrmann. Einer, der das Spiel eröffnen kann, wie es der abgewanderte Mario Erb auch konnte. Vogel beeindruckte der Rechtsfuß schon mit seinen Flugbällen. „Er ist ein kompletter Innenverteidiger. Alles, was er macht, hat Hand und Fuß, er hat eigentlich keine Schwäche.“

Der frühere dänische Auswahlspieler in den U-Mannschaften ist ein ruhiger Mann neben dem Platz, kein Lautsprecher, aber dennoch mit forschen Tönen: „Wir wollen die Liga gewinnen, um in die 2.Liga aufzusteigen“, sagte er nach seiner Ankunft im Trainingslager. So eine Ansage lässt aufhorchen. Beim KFC herrschte in diesem Sommer bisher Zurückhaltung, was hohe Ziele anging. Jetzt geht es nur noch darum, das gezeigte Selbstbewusstsein in die Tat umzusetzen.

Jan Kirchhoff

Ob mit oder ohne Kapitänsbinde, das hat Jan Kirchhoff bei seinem Empfang beim KFC Uerdingen schon Ende Juni betont, das würde an seinem Anspruch nichts verändern. Der 28-Jährige ist nun als Spielführer auserkoren. Trainer Heiko Vogel erkennt in ihm eine „Führungspersönlichkeit“, einen zentralen Baustein seines Hauses KFC-Mannschaft, das er dabei ist zu errichten. Der frühere Spieler des FC Bayern München bringt eine natürlich Autorität mit, die auch eine große Bedeutung für die neue Mannschaft sein kann. 80 Bundesliga-Spiele absolvierte er für die Bayern, den FSV Mainz und den FC Schalke. Kirchhoff wird nämlich auch abseits des Feldes Aufgaben zu lösen haben. Als Moderator inmitten eines Teams, das gespickt mit vielen ehemaligen Bundesliga-Profis ist, um den teaminternen Frieden zu wahren, der unbestritten wichtig für den Erfolg ist. Aber auch auf dem Platz nimmt er eine zentrale Rolle ein.

Als Sechser vor der Abwehr. Mit seinen 1,94 Meter Größe ist er prädestiniert für Luftduelle, besticht nach Ansicht Vogels aber auch durch sein Geschick in Defensivzweikämpfen. Er kann sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung reüssieren. „Er kann Brände löschen“, lobte ihn Vogel schon bei der Begrüßung Ende Juni, „er ist ein Gewinnertyp.“ Kirchhoff soll dem Gebilde zusätzliche Stabilität verleihen. Auf und neben dem Platz sei er sehr präsent. Vogel und Kirchhoff kennen sich aus früheren Tagen beim FC Bayern München. Der 28-Jährige gibt das Lob zurück: „Ich schätze seine Art sehr. Er hat eine begeisternde Persönlichkeit.“ Kirchhoff, ein gebürtiger Frankfurter, identifiziert sich voll und ganz mit der Spielidee Vogels.

Mit Uerdingen will der Hesse wieder nach oben kommen, nachdem er nach einer schwierigen Phase in den vergangenen Jahren auch mal an sein Karriereende gedacht hatte. Seine Lust am Fußball ist wieder zurück.

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