KFC Uerdingen: Darum ist der Drittligist derzeit so erfolgreich

Fußball : Die neue Überzeugung beim KFC Uerdingen

Der KFC Uerdingen bekommt kaum noch Gegentore und ist vorne derzeit sehr effizient – steht jetzt aber vor einem schwierigen Spiel.

Zu den Zusammenschnitten des Spiels, die gewiss jeder Trainer seiner Mannschaft in Vorbereitung auf den nächsten Gegner zeigt, sind auch immer diese spielentscheidenden Szenen zu sehen. Der Hergang der Torchancen, die dann auch zu Treffern führen. Wie agiert eine Mannschaft auf dem Weg in den gegnerischen Strafraum, was sind auffällige Verhaltensmuster? Man kann davon ausgehen, dass Torsten Lieberknecht, Trainer des MSV Duisburg, nächster Gegner des KFC Uerdingen, seiner Mannschaft in den nächsten Tagen auch diesen Mann im Uerdinger Trikot in Aktion zeigen wird: Franck Evina, die Leihgabe des FC Bayern München war am Samstag beim 2:0-Heimsieg des KFC gegen Schlusslicht FC Carl-Zeiss Jena an beiden Tore beteiligt. Mehr als das: Er erzwang gute Spielsituationen. Von seinen Taten war er dabei vollends überzeugt.

Vor dem 1:0, das der Niederländer und Sturmspitze Tom Boere dann vollendete, dribbelte sich Evina über die linke Seite in den Gäste-Strafraum, zwei bis drei Verteidiger konnten ihn bei seinem Vorhaben nicht behindern. Der Ball landete schließlich bei Boere und dann im rechten Toreck. Vor dem 2:0 versuchte Evina bei einem Angriff einen Durchbruch auf der linken Außenbahn. Dabei wurde er gefoult. Roberto Rodriguez nahm sich den ruhenden Ball, flankte den Freistoß auf den Kopf von Jan Kirchhoff. Das war es.

Abwehr ist Grundlage für neue Sicherheit des KFC

Diese neue Überzeugung in den Aktionen beim KFC Uerdingen lässt sich an mehreren Merkmalen ablesen. Im dritten Spiel in Folge unter der Regie des jetzigen Teamchefs Stefan Reisinger kamen die Krefelder ohne Gegentor aus. Die Abwehr steht sicherer als noch vor wenigen Wochen. Das gibt dem ganzen Gebilde spürbar Sicherheit. „Wenn elf Mann gegen den Ball arbeiten, dann stehen wir auch kompakter“, sagte Trainer Daniel Steuernagel: „Wir haben Leidenschaft, Robustheit und Qualität aufs Feld gebracht.“ Die Trainingsleistung habe man diesmal gut ins Spiel transportieren können. Auch Jenas Trainer Rico Schmitt musste einräumen, dass da eine andere Mannschaft als zuletzt der seinen gegenüberstand, die offenbar auch eine beeindruckende Ausstrahlung hatte: „Wir waren nur Begleiter gegen eine robuste Männermannschaft“, sagte Schmitt.

Die Überzeugung war auch in anderen Aktionen zu sehen: Roberto Rodriguez ist längst ein Fachmann für ruhende Bälle. Nicht zum ersten Mal flankte er einen Ball zielgenau auf die Stirn einen Mitspielers. Standards – ein Ablauf, der offenbar in den Übungsstunden in den vergangenen Wochen ausreichend trainiert worden war, wie Rodriguez sagte. Oder auch bei Jan Kirchhoff: hinten verleiht der Kapitän der Abwehr mehr Stabilität, seit der Hüne aus dem Mittelfeld in die letzte Verteidigungslinie zurückgegangen ist. „Wir haben eine defensive Stabilität, das ist das A und O in der 3. Liga. Wir können immer Tore schießen. Wir haben dafür immer die individuelle Qualität“, sagte Offensivspieler Rodriguez.

Auf dieses Können kann sich der KFC neuerdings verlassen, seit er kaum noch Gegentore kassiert. Eine Mannschaft, die sich in einem Spiel eine Reihe von Torchancen erspielt, sind die Uerdinger nach wie vor nicht. Aber sie wissen nun, dass sie dennoch Spiele gewinnen können, selbst wenn sie nur zwei Möglichkeiten pro Partie haben.

Und so haben die Krefelder vor dem Spiel in Duisburg am Montag (4. November, 19 Uhr) auch genügend Mut gesammelt, um selbstbewusst nach Wedau zu fahren: „Wir wollen auch in Duisburg gewinnen und werden uns nicht verstecken. Wenn wir auch dort die Stabilität haben, können wir etwas holen“, sagt Roberto Rodriguez.

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