KFC Uerdingen: Adriano Grimaldi vor dem Spiel gegen Preußen Münster

Stürmer : KFC Uerdingen: Adriano Grimaldis langer Weg zurück

Der Stürmer war zuletzt fast sechs Monate verletzt. Der 28-Jährige kann im Spiel Torjäger und Vorarbeiter sein - jetzt auch gegen Münster.

Adriano Grimaldi wirkte im Heimspiel gegen den Tabellenführer FC Ingolstadt nur 35 Minuten mit. Der 28-Jährige kam als Einwechselspieler in die Partie. Der Mittelstürmer sollte mithelfen, aus einem 0:1-Rückstand noch ein positives Ergebnis für den Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen herauszuholen. Und bei diesem Kurzeinsatz zeigte Grimaldi schon einmal, was er der Mannschaft von Trainer Heiko Vogel geben kann – wenn er wieder richtig bei Kräften ist: Er war an fast jeder gelungenen Offensivaktion der Krefelder in der Schlussphase beteiligt.

Doch diese halbe Stunde schlauchte den Mann aus Göttingen doch nachträglich noch sehr, wie Grimaldi vor dem Auswärtsspiel am Samstag bei Preußen Münster gestand. „Ich war danach schon ziemlich platt, auch am Tag danach. Wenn ich jetzt immer an meine Grenzen gehen kann, dann werde ich immer fitter und stärker.“ Mit Prognosen, wann man einen Adriano Grimaldi in Hochform erleben kann, ist der Stürmer vorsichtig geworden. „Man muss das sehen. Es geht jetzt erst einmal darum, gesund zu bleiben.“

Grimaldi wechselt
verletzt nach Uerdingen

Denn da ist ja diese leidvolle Verletzungsgeschichte. Grimaldi ist ja schon seit sieben Monaten in Uerdingen, gesehen aber hat man ihn noch kaum auf dem Fußballfeld. Als Grimaldi im vergangenen Januar vom TSV 1860 München zum Drittliga-Konkurrenten KFC wechselte, da begleitete den Mann aus Göttingen schon eine unschöne Nachricht: Ein Riss des Syndesmosebandes im Sprunggelenk setzte den Mittelstürmer außer Gefecht. Die Verletzung hatte sich der Deutsch-Italiener noch im Training bei den Münchner Löwen zugezogen. Grimaldi war also erst einmal ein Versprechen, damals schon vor einem halben Jahr, als er auf seine Rückkehr hinarbeitete. Mitte März im Heimspiel gegen Fortuna Köln feierte er sein Debüt für den KFC. Drei Spiele später, beim Gastspiel in Lotte, riss dem 28-Jährigen erneut das Syndesmoseband. Wieder hieß das: Zwangspause, wochenlange Reha. Keine Bälle, dafür Laufband und Hanteln. Aufbautraining. „Ich habe mehr Zeit in der Reha verbracht als in der Kabine und bei der Mannschaft. Das zieht einen schon ein Stück weit runter. Die Familie und die Mitspieler fangen einen aber auf. Es war eine schwere Zeit. Ich habe das Beste daraus gemacht.“

Heute ist Grimaldi zuversichtlich, bald dem Team vollumfänglich helfen zu können, nicht nur als Kurzzeitarbeiter oder Feuerwehrmann in der Schlussphase eines Spiels. „Ich bin auf einem guten Weg zu meiner Form. Noch ein paar Wochen, bis ich komplett wieder da bin.“

Seine Körperlichkeit besticht, diese große und breite Statur, die einen wie ihn als Stürmer schwer zu verteidigen macht. „Adi hat schon gegen Ingolstadt gezeigt, dass er sein sehr belebendes Element sein kann. Er ist auch sehr stark mit dem Rücken zum Tor. Er kann auch andere Spieler in Szene setzen. Allein seine Präsenz ist für jeden Gegner unangenehm“, sagt Trainer Heiko Vogel. „Ich kann mit meiner Art pushen und Ruhe reinbringen“, sagt Grimaldi über seine Rolle.

In Münster erlebte der Stürmer von 2016 bis 2018 seine „erfolgreichste Zeit.“ Allein 30 Treffer erzielte er für die Preußen in dieser Zeit als Kapitän, ging danach in den Süden zu 1860 München.

Kontakte nach Münster pflege er noch immer. Vor allem zu den früheren Mitspielern, Ärzten und Mitarbeitern der Geschäftsstelle. Vielleicht beginnt für Grimaldi ja am Samstag in Münster ein neues, positives Kapitel – diesmal dann aber im Trikot des KFC Uerdingen.

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