KFC Uerdingen: KFC-Trainer Krämer über Dörfler: „Er weiß gar nicht, was er alles kann“

KFC Uerdingen : KFC-Trainer Krämer über Dörfler: „Er weiß gar nicht, was er alles kann“

Die Einwechslung des schnellen Stürmers löst den Knoten im Spiel des KFC Uerdingen.

Krefeld. Es sind 60 Meter bis zum Mannheimer Tor. Ein Gerangel um den Ball in der Uerdinger Hälfte. Dann landet das Spielgerät vor den Füßen von Johannes Dörfler. Der läuft mit dem Ball los Richtung Außenbahn, vorbei am ersten Waldhofer Gegenspieler, vorbei am zweiten an der Seitenlinie, Dörfler nimmt Tempo auf, wird immer schneller. Ein dritter Mannheimer grätscht ins Leere, und der 21 Jahre alte KFC-Spieler läuft ungehindert in den Strafraum hinein. Ein Querpass zum mittig postierten Maximilian Beister. Dieser schiebt den Ball zum 1:0-Sieg ein.

Während die Mitspieler im ersten Moment der Freude zunächst einmal Beister beglückwünschen, marschiert Dörfler kopfnickend alleine hinter die Torlinie, bis seine Mitstreiter wenig später folgen. Vielleicht hat er in diesem Moment erst einmal realisiert, was er gerade vollbracht hat, welche Lücke er da in diese dichte Mannheimer Deckung gerissen hat, die bis dahin felsenfest steht — gegen alle Bemühungen der Uerdinger Offensive.

Für seinen Trainer Stefan Krämer kommt diese Aktion nicht überraschend: „Johannes ist prädestiniert für diese offenen Räume, wenn der Gegner allmählich müde wird. Es ist unangenehm, wenn dann noch so eine Rakete wie Dörfler auf den Platz kommt.“ Der Rechtsaußen der Krefelder war vor zwei Jahren aus der U 19 des MSV Duisburg nach Uerdingen gewechselt. Schon in der vergangenen Aufstiegssaison avancierte er für viele Außenverteidiger der Oberliga zum Schreckgespenst.

Krämers Lob mischte sich mit einer gewissen Bewunderung: „Er bringt eine brutale Schnelligkeit mit. Selbst mit dem Ball am Fuß wird er nicht langsamer. Damit ist er schwer zu verteidigen. Er ist ein super Konterspieler.“ Ein bisschen zu viel zocken wolle er manchmal noch. Man merkt ihm abseits des Platzes noch eine gewisse Unbekümmertheit an, eine Frohnatur, die einfach Spaß am Spiel hat.

Trainer Krämer sieht die Auffassungsgabe, das Defensivverhalten und das Kombinationspiel noch für ausbaufähig, durch Training förderbar. Der KFC-Coach hält große Stücke auf Dörfler, der sich offenbar für einen Startelf-Einsatz für das Rückspiel morgen in Mannheim empfohlen hat. Er dient als erfolgsversprechende Alternative, wenn Waldhof sein Spiel öffnen muss, um den 0:1-Rückstand aufzuholen. Krämer: „Wenn er das alles noch lernt, ist er ganz klar ein Zweitligaspieler. Johannes weiß noch gar nicht, was er alles kann.“

Auch Stürmer Marcel Reichwein hat sich in seinen 20 Minuten durch seine Kopfballstärke in den Duellen mit den starken Mannheimern offenbar für einen Einsatz angeboten. Im Rückspiel am Sonntag erwartet Krämer von seiner Mannschaft eine deutlich bessere Leistung als in der ersten Hälfte am Donnerstag, als die Uerdinger mit selten gesehener Zurückhaltung auffielen.

Krämer: „Ein paar Jungs waren im ersten Durchgang nicht am Limit. Wir müssen uns steigern, um am Sonntag aufzusteigen.“ Die Mannheimer fanden spielerische Mittel, um die Krefelder in die Bredouille zu bringen, gewannen wichtige Zweikämpfe im Mittelfeld, ließen lange den Ball laufen. Krämer: „Es wird ein Hexenkessel. Man muss brennen, aber dennoch einen kühlen Kopf bewahren.“

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