KFC-Trainer Heinemann stellt sich vor seine Mannschaft

KFC Uerdingen : KFC-Trainer Heinemann stellt sich vor das Team

Der Trainer vom KFC Uerdingen sieht eine Verunsicherung und sagt: „Draufhauen ist der falsche Ansatz.“ Am Freitag kommt der 1. FC Kaiserslautern nach Duisburg.

Es ist ein Duell, das nach viel Tradition und Emotionen klingt. Es ist vor Saisonbeginn eines dieser Spiele gewesen, bei denen sich Fußballfreunde in der 3. Liga die Hände rieben voller Vorfreude. Es hätte bei allem Bier- und Bratwurst-Geruch im Stadion im Rückspiel am Freitagabend wohl auch ein bisschen nach 2. Liga geduftet. Das zumindest war das Ziel, was sich die beiden früheren ehrwürdigen Mitglieder des Fußball-Oberhauses vorgenommen hatten. Doch die Realität Ende März sieht anders aus. Der Gastgeber KFC Uerdingen und auch der Gast 1. FC Kaiserslautern liegen punktgleich im Niemandsland der 3. Liga. Die Träume vom Aufstieg sind in dieser Saison geplatzt. Am Freitagabend treffen sich in Duisburg eher die Enttäuschten.

Die schwarze Serie: Elf Spiele in Folge ohne Sieg

Die Pfälzer waren als Top-Favorit in die Spielzeit gestartet, konnten ihre Ansprüche aber nie mit Ergebnissen untermauern. Der KFC, ebenfalls als einer der Aufstiegsanwärter gehandelt, bis Weihnachten noch mit einer guten Ausgangslage, hat sich irgendwie aus der Bahn geworfen. Elf Spiele in Folge ohne Sieg. Unmut bei den Fans nach dem jüngsten schwachen 0:0 in Jena, dazu pikant gewürzt mit einer Wutrede des Geschäftsführers Nikolas Weinhart zur Halbzeit („Die Scheiße kann man sich nicht mehr ansehen“), die ihr Übriges tat.

KFC-Trainer Frank Heinemann trat auch am Donnerstag der Ansicht entgegen, sein Team, das er seit nun fast zwei Wochen betreut, sei keine Einheit: „Die Mannschaft ist intakt. Wir sind kein zusammengewürfelter Haufen. Sie zeigt es nur nicht auf dem Platz.“ Der 54-Jährige sagte weiter: „Wir kriegen die Leistung einfach nicht abgerufen.“ Die Gründe verortet der Wittener nicht in gruppendynamischen Aspekten, sondern vielmehr in der Psyche des Einzelnen: „Es ist wichtig, das Team jetzt zu unterstützen. Es strotzt nicht vor Selbstbewusstsein. Wir müssen uns da herauskämpfen. Es ist nicht der Fall, dass keiner will. Draufhauen ist der falsche Ansatz.“ Frank Heinemann stellt sich vor seine Mannschaft, das wird deutlich in diesen Tagen.

Die scharfe Kritik Weinharts, der unter anderem die Aggressivität und den Eifer in der Truppe vermisste, sei in den Besprechungen mit der Mannschaft kein Thema gewesen, sagte Heinemann. Der KFC-Trainer erhofft sich aufbauende Erlebnisse für die angeknackste Seele mancher Spieler: „Keiner macht absichtlich solche Fehler. Ich hoffe, dass es klick macht. Wir müssen mehr Chancen produzieren. Es wäre gut, wenn wir dann die erste Gelegenheit nutzen würden.“

Ideen für personelle Veränderungen und Systemfragen habe er seit Tagen im Kopf. Ob diese auch zur Anwendung kommen, wisse er noch nicht: „Wir sollten nicht alles in Frage stellen, nicht immer sieben rein und sieben raus nehmen und die Mannschaft noch mehr verunsichern. Das Team hat immer wieder ein neues Gesicht bekommen, das ist auch ein Problem.“ Eine Wahl für einen Spieler sei nie als Affront gegen einen anderen zu werten, sondern immer als Entscheidung für einen.

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