KFC-Stürmer Beister ist der Mann für das 1:0

Fußball : Beister – der Mann für das 1:0

Bei neun seiner zehn Saisontore für den KFC markiert der Stürmer jeweils den ersten Treffer im Spiel.

Maximilian Beister ist in diesen Tagen wieder vielerorts zu sehen. In kleinen Filmchen flimmert er auf den Bildschirmen in den Wohnzimmern der Republik. Die Sportschau hat seinen Führungstreffer gegen den 1. FC Kaiserslautern in die Auswahl zum Tor des Monats März aufgenommen. Sein Schlenzer aus 20 Metern, ein Stück Präzisionsarbeit. Der Ball schlug unmittelbar neben dem linken Pfosten im Tor der Pfälzer ein. In der Zeitlupe sieht dieser Treffer noch beeindruckender aus. Man erkennt das ganze Feingefühl in diesem Kunstschuss, der jedoch für den KFC Uerdingen nicht zum Sieg reichte. Er verlor noch mit 2:4. Die Uerdinger Fans können nun für ihren Rechtsaußen abstimmen, ob Beister jedoch eine Chance hat gegen Bundesliga-Größen wie Serge Gnabry oder Robert Lewandowski mit ihren zig Millionen Anhängern? Das aber ist das kleinste Problem für die Krefelder.

Maximilian Beister ist zur Stelle, wenn er gebraucht wird

Im Gegenteil: Das kurze Video zeigt einen typischen Vorgang in dieser Saison beim KFC und Maximilian Beister. Ein Führungstor des 28-Jährigen. Der Offensivmann hat bisher zehn Treffer für die Krefelder in der 3. Liga erzielt. Bei neun Toren markierte er jeweils das 1:0, gegen Rostock traf er sowohl zum 1:0, als auch später zum 2:1. Diesen ersten Treffern – dem 1:0 in einem Spiel – werden gemeinhin immense Bedeutungen nachgesagt. Sie stehen in der Gunst der Beobachter meist höher als ein Treffer zum 4:0 oder 5:0, wenn der Gegner schon angeschlagen ist. Man könnte auch sagen: Beister ist zur Stelle, geht voran. Er reiht sich nicht einfach nur ein. Das war auch beim 3:1-Sieg in Lotte zu sehen. Der 28-Jährige erzielte bereits nach fünf Minuten das 1:0, nahm den Gastgebern spürbar den Wind aus den Segeln, die ebenfalls eine Negativphase durchleben.

Trainer Frank Heinemann:
Beister hat diese Qualität

Stefan Aigner hatte einen Gegenspieler angelaufen, dieser verlor den Ball. Beister dribbelte ein paar Meter parallel zum Strafraum, zog ab, traf ins linke untere Eck mit seinem starken linken Fuß. Sein Trainer Frank Heinemann lobt: „Maxi hat diese Qualität, und er bringt sie auf den Punkt. Er ist ein Teil der Mannschaft und sehr wichtig für uns.“

Beisters Geschichte beim KFC in dieser Saison ist ambivalent. Bis zum 24. November, dem Führungstreffer gegen den VfR Aalen, hat er für sein erstes Tor gebraucht. Bis dahin war er nicht er selbst. Er haderte, er irrte ohne Bindung zum Spiel mal als Mittelstürmer, mal als hängende Spitze über das Feld. Dann ließ ihn Ex-Trainer Stefan Krämer auch mal draußen und gab ihm eine Pause. Nach einem klärenden Gespräch kam Beister zurück. Es folgten fünf Tore in vier Spielen bis zur Winterpause. In der Rückrunde, in der die Uerdinger insgesamt nur zwölf Treffer erzielten, schoss er allein fünf. Zum Sieg reichte es jedoch erst in Lotte am vergangenen Samstag. Beim Pokalspiel in Essen hatte er mit einem scharfen Distanzschuss, den der Torwart nicht festhalten konnte und Stefan Aigner abstaubte, quasi auch einen Anteil am Führungstreffer.

Auf der rechten Außenbahn hat er wieder zu alter Stärke gefunden. Seine Rolle aber ist nicht bloß die des Vollstreckers. Beister arbeitet viel, läuft auch für seine Mitspieler, er ragte mit seiner Körpersprache in den vergangenen Monaten heraus. Er war engagiert, aber auch oft glücklos wie seine Nebenleute. Trainer Heinemann sagt: „So ein Tor ist auch immer ein Produkt, denn auch andere Spieler arbeiten daran mit. Es war gegen Lotte eine gute Mannschaftsleistung.“

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