KFC Uerdingen: KFC-Spieler Kefkir: Erst ein Tor, dann Heiratsantrag nach Testspiel gegen Mainz

KFC Uerdingen: KFC-Spieler Kefkir: Erst ein Tor, dann Heiratsantrag nach Testspiel gegen Mainz

Oguzhan Kefkir hat beim 1:2 des KFC Uerdingen gegen Mainz nicht nur als Torschütze geglänzt, sondern seine Freundin auch als Bräutigam überzeugt.

Krefeld. Wenn man ein Drehbuch für ein Fußballspiel schreiben könnte, Oguzhan Kefkir hätte es genauso verfasst, wie die Geschehnisse am Donnerstagabend verliefen. Die Geschichte handelte von schwierigen, weil kräftezehrenden Zeiten mit allerlei Widerständen auf dem Fußballfeld, gipfelnd in einer Heldentat, viel Liebe und einem Happy End — natürlich.

Der große Tag im Leben des 26-Jährigen: Erst hatte der Außenbahnspieler 45 Minuten seinen Kollegen im Testspiel gegen den Bundesligisten FSV Mainz zugeschaut, dann durfte er nach der Halbzeit selbst ran. Und wie. Besonders motiviert wirkte er in seinen Aktionen, und dann gelang ihm ja auch noch das Tor des Abends. Eine schnelle Kombination mit Christian Dorda, ein Linksschuss ins untere Eck. Ein Tor gegen einen Bundesligisten — besser hätte es nicht laufen können in diesem Film — auch wenn die Partie letztlich 1:2 verlorenging — denn Kefkir hatte ja noch etwas vor.

Nach dem Spiel bat er seine Freundin Reva von der Tribüne auf den Rasen. Die Mannschaft hatte sich versammelt, stand Spalier, als Kefkir seiner Lebensgefährtin vor den Augen der Öffentlichkeit einen Heiratsantrag machte — der natürlich angenommen wurde, was der Geschichte an diesem Abend einen rührenden Abschluss brachte. „Das Tor hat die Sache perfekt gemacht“, sagte er später in den Katakomben des Homberger Stadions, „an diesen Tag werde ich mich immer wieder erinnern.“

Seit vier Monaten kennt sich das Paar erst. Kefkir: „Bei uns ist das relativ schnell vorangegangen. Wir haben beide dasselbe empfunden. Man wird ja auch nicht jünger. Wenn es passt, dann passt es.“ Am 21. Juli ist die Verlobung, nächsten Sommer will Uerdingens Linksaußen seine Reva heiraten. „Da kommt jetzt etwas Stress hinzu, aber positiver“, sagte er.

Neben seiner persönlichen Errungenschaft hat diese Geschichte des Mainz-Spiels noch eine Nebenhandlung: Der Konkurrenzkampf auf der Außenbahn. Dort, wo Kefkir in der vergangenen Saison die meisten Partien absolviert hatte, auf der linken offensiven Seite, ist in der vergangenen Woche Kevin Großkreutz hinzugekommen. Ein Mann, der den Unterschied machen kann, wie Trainer Stefan Krämer es formulierte, derzeit aber noch „körperlich zu knapsen“ habe.

Kefkir gibt sich angesichts des Verdrängungswettbewerbes gelassen: „Konkurrenzkampf ist immer da. Ich nehme ihn gerne an. Ich versuche, dem Trainer immer Argumente zu geben, dass ich der Mannschaft helfen möchte. Wenn der Trainer mich braucht, soll er wissen, dass er auf mich zählen kann, egal wann und auf welcher Position“, so Kefkir.

In zwei Wochen, am 29. Juli, beginnt die Saison in der Dritten Liga mit dem Heimspiel gegen die Spielvereinigung Unterhaching. Dann will Oguzhan Kefkir wieder eine Hauptrolle spielen.