KFC reist ins Trainigslager in die Türkei

Fußball : KFC Uerdingen - Das sind die drei Schwerpunkte im Trainingslager

Der Fußball-Drittligist reist am Montag nach Belek in die Türkei. Drei Dinge stehen im Fokus.

Die ersten Trainingseinheiten sind absolviert. Am Montagmorgen um 7.30 Uhr hebt Drittligist KFC Uerdingen von Düsseldorf ab in Richtung Belek. Bis Mittwoch, 16. Januar, trainieren die Fußballer in der Türkei. Sie hoffen auf bessere Platzbedingungen als in der Grotenburg, wo sie am Wochenende tiefes Geläuf vorfanden. Mario Erb, der am Wochenende noch individuell trainierte, soll in den kommenden Tagen voll ins Mannschaftstraining einsteigen. Bis auf die Langzeitverletzten Ali Ibrahimaj und Alexander Bittroff reisen alle Spieler mit. Trainer Stefan Krämer hat drei Schwerpunkte gesetzt, die er in den Tagen von Belek besonders mit seinem Team bearbeiten möchte.

Mindestens zwei Einheiten pro Tag soll es geben. Krämer sagt: „Der schöne Nebeneffekt an einem Trainingslager ist: Man kann sich voll und ganz auf Fußball konzentrieren.“ Teambildung steht explizit nicht auf der Tagesordnung. Krämer: „Das ist gar nicht nötig. Die Mannschaft ist intakt. Das alltägliche Zusammensein ist die beste Teambildung, die es gibt.“ Und das sind die Schwerpunktem an denen der KFC in Belek arbeitet:

Standardsituationen

Jeder Fußballer und Zuschauer kennt diese Szenen. Tore nach ruhenden Bällen können den Ausschlag geben in engen Spielen, die es in der 3. Liga immer wieder gibt. Treffer aus heiterem Himmel. Hier kann man offensive Abläufe einstudieren, die Verteidiger können nur reagieren. Krämer: „Wir haben drei bis vier Varianten im Kopf, die wir trainieren. Wir werden uns dafür viel Zeit nehmen mit unterschiedlichen Schützen.“ Darauf käme es besonders an: Wie fliegt der Ball in den Strafraum? Überraschungsmomente gilt es zu nutzen. Und dann noch das Verhalten im Strafraum. Wer blockt wen? Wer ist Zielspieler? Wo entstehen Laufwege? Die gute Abstimmung, das genaue Timing. Aber vor allem sagt Krämer: „Es braucht den absoluten Willen, das Luftduell zu gewinnen.“

Spielaufbau

Krämer erkannte schon in der Hinrunde, dass in gewissen Zonen zu viele Bälle verloren gingen. Ziel im Trainingslager sei es nun, vier Varianten einzustudieren, mit denen die Mannschaft im Aufbauspiel erst einmal bis hinter die Mittellinie kommt. Und das immer vor dem Hintergrund, dass der Gegner anläuft und presst, Fehler erzwingen will unter Stress. Wo wird gepresst, wie läuft der Gegner an? Krämer: „Es gibt verschiedene Varianten. Wir müssen darauf Antworten finden.“

Umschaltspiel

Es gehört zu den eindringlichsten Zitaten des Fußball-Lehrers Stefan Krämer: „Wer das Umschaltspiel beherrscht, beherrscht auch ganz oft das Spiel.“ Die entscheidenden Momente einer Begegnung misst er in Sekunden. Fünf Sekunden nach Ballverlust, zehn Sekunden nach Ballgewinn. Das seien die Phasen, in denen man dem Gegner besonders zusetzen kann. Krämer: „Ich war im Großen und Ganzen damit bisher zufrieden. Wir haben aber noch Luft nach oben.“ Vor allem die Handlungsschnelligkeit gelte es zu verbessern. Die Gedanken sofort auf die nächste Aktion ausrichten, dem verlorenen Ball nicht zu lange nachtrauern. Krämer: „Das Team, das so etwas kann, hat die besseren Chancen auf Erfolg.“

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