KFC: Ralf Kessen will nicht Chef werden

KFC: Ralf Kessen will nicht Chef werden

Einen Tag nach dem Rauswurf von Wongrowitz setzt es eine 3:4-Niederlage in Essen.

Krefeld. Ralf Kessen war am Samstag in doppelter Mission unterwegs. Zunächst musste er als Interimstrainer die 3:4-Niederlage des KFC Uerdingen bei SW Essen erklären, dann sollte er auch noch die überraschende Demission seines Chefs Peter Wongrowitz einen Tag zuvor kommentieren.

Da war Kessen sichtlich als Diplomat gefragt. Zuerst sprach er als Trainer: „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, Essen hat seine eiskalt verwandelt. So kommt dieses Ergebnis zustande.“ Dann riss er sich zusammen und hob lieber auf das persönliche Verhältnis ab: „Das waren 24 Stunden, die man nicht vergisst. Ein guter Freunde wurde entlassen. Aber ich habe der Mannschaft gesagt: Es muss weitergehen. Es geht nur um den KFC.“ Mehr wollte er nicht sagen. Die Aufstellung hatte er noch von seinem Vorgänger übernommen.

Kessen (51) ist ein loyaler Angestellter im Klub. Er war schon Sportdirektor, dann Assistent unter Weidemann, Maes, Schmitt und Wongrowitz. Wer Kritik hören will, muss bei ihm zwischen den Zeilen lesen. Eins ist für ihn klar: „Als Cheftrainer stehe ich nicht zur Verfügung.“

KFC-Präsident wollte auch am Wochenende keine näheren Details zur Beurlaubung Wongrowitz’ nennen. Die Leistung der Mannschaft aber imponierte ihm trotz der dritten Saisonniederlage: „Die Einstellung der Mannschaft war okay. Sie hat gezeigt, dass sie zusammenhält. Wir haben eines unserer besseren Spiele gemacht, aber verloren.“

In den 90 Minuten zuvor war ein engagiert spielender KFC zu sehen, der sich unbeeindruckt zeigte. Die Gäste entwickelten gefährliche Aktionen nach vorne, aber leider auch in Richtung des eigenen Tores. Insgesamt liefen die Krefelder nach Abwehrfehlern (ein Eigentor Bastian Pinske) drei Rückständen hinterher, bewiesen aber Moral und kamen durch Jochen Höfler, Saban Ferati jeweils zum Ausgleich, ehe Ersan Tekkan noch das 3:4 erzielte. Nun beginnt die Suche nach einem Nachfolger. „Es muss ein Mann sein, der die NRW-Liga kennt“, sagt Kessen.

Dem Vernehmen nach hätte es „unüberbrückbare Differenzen“ zwischen Wongrowitz und dem Vorstand gegeben, u.a. wegen der zweiten Mannschaft und der Ansetzung von Testspielen der ersten Mannschaft. Auffällig war die Ansetzung und Absage eines für am Sonntag geplanten Spiels in Dortmund — zeitgleich mit dem Spiel des Reserveteams in der Kreisliga B.

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