KFC-Profis arbeiten für den guten Zweck als Kassierer

KFC Uerdingen: KFC-Profis arbeiten für den guten Zweck als Kassierer

Die KFC-Spieler schlüpften in einem Drogeriemarkt in Krefeld in die Rolle der Kassierer. Die Spende kommt einem Obdachlosencafé zu.

Maximilian Beister legt seinen Mantel ab, dann geht es los. Er und Christopher Schorch, zwei Fußball-Profis des KFC Uerdingen, schlüpfen für einen guten Zweck in eine neue Rolle. Im Drogeriemarkt dm im neuen Forum in der Stadtmitte arbeiten beide für eine Stunde an der Kasse. Die Fans stehen Schlange. Die Kameras klicken. Der KFC und der Markt zeigen Flagge. Der Umsatzerlös dieser Stunde soll dem Obdachlosencafé „Dein Name ist Mensch“ an der Marktstraße gespendet werden. Nach einer Stunde sind 1298,65 Euro zusammengekommen. Filialleiter Andreas Sufryd legt noch etwas drauf: „Wir runden auf 1500 Euro auf.“

Beister: „Zur Weihnachtszeit ist es schön, zu helfen“

Für den Drogeriemarkt ist es der Abschluss der Eröffnungswoche im Forum, eine Woche mit Rabatten. „Da machen wir gerne noch eine Kassieraktion“, sagt Sufryd. Das Geschäft füllt sich. Blau-rote Schals, T-Shirts mit KFC-Emblem. Die Anhänger machen mit, sind dem Aufruf gefolgt. Beister zieht die Waren über den Scanner, tippt auf dem Bildschirm, angeleitet von Jenny Schims, Mitarbeiterin des Marktes und KFC-Fan. Sie hat den Kontakt hergestellt.

Klick, klick, klick geht es an der Kasse. Christopher Schorch packt die Waren ein und händigt sie den Fans und Kunden aus. Für den KFC ist diese Aktion auch ein Schritt auf die Krefelder zu. Profis zum Anfassen ist der Gedanke dahinter. Das Image des kalten, unnahbaren Profibusiness aufweichen. „Gerade zur Weihnachtszeit ist es schön, wenn man außerhalb des Fußballs helfen kann, auch für Obdachlose etwas tun kann. So kann man etwas zurückgeben. Menschen mit schwachem Hintergrund helfen“, sagt Kassierer Beister.

„Hier kommt eine Vereinlegende“, ruft ein Fan.

Immer wieder wird pausiert. Die Fans wollen ein Selfie mit ihren Helden. Noch schnell ein Autogramm, ein kurzer Plausch am Kassenband. „Es ist auch mal cool, hinter der Kasse zu stehen für den guten Zweck“, sagt Beister, der ehemalige Bundesligaspieler. „Es ist mal was anderes und schön kennenzulernen“, sagt der frühere Erstliga-Profi Schorch. „Als ich gefragt wurde, habe ich sofort gesagt: ´ja klar!“

Auch der Grotifant, das bundesweit bekannte Maskottchen des KFC, ist erschienen. Er zeigt, wo es lang geht. Bitte an die Beister-Kasse, deutet er den Kunden. Denn hier zahlt der Kunde für das Obdachlosencafé. In einer kurzen Pause legt Schorch die Tüten aus der Hand: „Wir haben es im Griff. Hier sind Profis am Werk. Die Leute freuen sich“, scherzt der Kapitän.

Es läuft gut, wie auf dem Platz. Die KFC-Profis kommen mit ihren Gegnern in der Liga gerade ganz gut zurecht. Drei Siege ohne Gegentor in Folge. Am Samstag kommt Hansa Rostock. Der KFC hat eine Wette laufen. Mehr als 7000 Zuschauer sollen ins Stadion nach Duisburg pilgern. Schorch: „Die Fans sind unser zwölfter Mann. Wir wollen ihnen einen geilen Fight liefern.“

Nach und nach verlassen die Kunden wieder den Laden. Michaela Kühl und ihre Tochter Laura Better sind zufrieden: „Na klar, bei diesen Leuten an der Kasse. Wir hatten mal die Gelegenheit, die Spieler zu treffen.“ Das findet auch Chris Pagor, der sich extra Zahnpasta gekauft hat: „Sie haben es gut gemacht. Es ist für die ja ungewohnt, aber es ist für den guten Zweck.“ Die Schlange wird kürzer, der erste Schwung ist durch.

Da kommt auch noch Mannschaftsbetreuer Andreas Bosheck vorbei, frisch frisiert. Früher war er der Mann im Elefantenkostüm, er war der Grotifant. Heute kümmert er sich um die vielen kleinen Dinge rund ums Team, die Ausrüstung. Die Trikots hat er längst gewaschen vom Vormittagstraining. „Hier kommt eine Vereinslegende“, ruft ein Fan, als er Bosheck sieht. Der aber winkt ab: „Hör´bloß auf!“ Da ist KFC-Anhänger Franz Josef Bludau schon auf dem Heimweg: „Die sollten das ruhig öfters machen. Das ist ja positive Werbung. Und der Erlös ist ja für den guten Zweck.“ Schorch reicht den Kunden die Tüten. Dann ist die Stunde auch schon wieder vorbei.

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