KFC Uerdingen: KFC-Präsident Ponomarev vor Mannheim-Spiel selbstbewusst: "Zeigen, dass wir da sind"

KFC Uerdingen : KFC-Präsident Ponomarev vor Mannheim-Spiel selbstbewusst: "Zeigen, dass wir da sind"

Der KFC Uerdingen peilt in den Aufstiegsspielen gegen Mannheim die Rückkehr in den Profifußball an. Der russische Unternehmer Ponomarev hat die Krefelder in die Erfolgsspur gebracht.

Krefeld. Michail Ponomarev gilt nicht als Freund großer Emotionen, die jüngste Erfolgsserie des einstigen Fußball-Bundesligsten KFC Uerdingen hat den Clubchef aber in Euphorie versetzt. „Die letzten drei Monate waren ein Wahnsinn“, sagte der russische KFC-Präsident vor den Aufstiegsspielen des Krefelder Clubs zur 3. Liga gegen Waldhof Mannheim: „Jetzt haben wir noch zwei Spiele, in denen wir erfolgreich weiter machen müssen.“

Für das Hinspiel am Donnerstag (19.00 Uhr) erwarten die Uerdinger als Meister der Regionalliga West trotz des Umzugs ins benachbarte Stadion in Duisburg über 15 000 Zuschauer. „Wir brauchen eine große Unterstützung und müssen zeigen, dass wir wieder da sind“, meinte Ponomarev. Das entscheidende Rückspiel findet am Sonntag (14.00 Uhr) in Mannheim statt. Waldhof qualifizierte sich als Vizemeister der Regionalliga Südwest für die Aufstiegsspiele.

Uerdingen spielte vor einem Jahr noch in der fünftklassigen Oberliga Niederrhein und peilt jetzt den Durchmarsch an. Möglich macht den Aufschwung Ponomarev. Der russische Unternehmer, der früher den Eishockeyclub Düsseldorfer EG und die englischen Fußballer des AFC Bournemouth unterstützte, ist seit Juni 2016 als Präsident und Investor beim KFC aktiv. Mehrfach hat er seitdem formuliert, dass auch ein Aufstieg in die 3. Liga nur ein Etappenziel sei und er mittelfristig noch weiter nach oben will: „Es ist mein Ziel, den Verein profitabel zu machen.“

Versucht haben das in Krefeld schon einige Unternehmer, doch der Club, der unter seinem vorherigen Vereinsnamen Bayer Uerdingen 1985 den DFB-Pokal gewann und bis 1996 in der Bundesliga spielte, konnte in den vergangenen Jahren den Amateurbereich nicht verlassen. Erst Ponomarev, der sich in der Öffentlichkeit lieber im Hintergrund hält, leitete mit seinem Investment die Trendwende ein.

Die ohnehin mit einigen Ex-Profis wie Christopher Schorch ambitioniert besetzte Mannschaft ließ Ponomarev im Januar durch den Transfer des früheren Hamburger Bundesliga-Angreifers Maximilian Beister verstärken. Beister gelangen in 14 Rückrundenpartien elf Treffer. Als die Krefelder mit drei Remis aus der Winterpause kamen, wurde kurzerhand Trainer Michael Wiesinger trotz Tabellenplatz zwei freigestellt und durch Stefan Krämer ersetzt. Mit dem neuen Coach gelangen in zwölf Spielen elf Siege und ein Unentschieden.

In den Aufstiegsspielen gegen Mannheim soll die Saison gekrönt werden. „Die westdeutsche Meisterschaft ist schon ein toller Gewinn, aber wir wollen natürlich mehr. Bei uns herrscht große Vorfreude, die nächsten Spiele sind ein Geschenk für uns“, meinte Krämer. Die Marschroute sei klar: „Visier runterklappen und Vollgas geben.“

In Krefeld und Umgebung haben Ponomarev und Krämer eine für Uerdinger Verhältnisse ungewöhnlich große Euphorie ausgelöst. In den ersten Vorverkaufstagen wurden für das Hinspiel über 14 000 Tickets verkauft. Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer kündigte an, dass die Mannschaft im Aufstiegsfall auch auf dem Rathausbalkon feiern könne. Und Friedhelm Funkel, ehemaliger Uerdinger Profi und Trainer, wünscht dem KFC in einem vom Verein angefertigten Werbevideo viel Glück. „Ich habe in Uerdingen den größten Teil meiner sportlichen Laufbahn verbracht. Das wird immer in meinem Herzen bleiben“, sagte der aktuelle Coach des Bundesliga-Aufsteigers Fortuna Düsseldorf: „Es wäre eine tolle Sache, wenn der KFC in die 3. Liga aufsteigt.“

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