KFC: Krämer prognostiziert Spannung bis zum Ende

Fußball: KFC spielt gegen Liga-Trend

Jede dritte Begegnung endet ohne Sieger. 44 Unentschieden gab es in dieser Saison. Die Uerdinger spielten einmal remis.

Der KFC Uerdingen ist in einer Hinsicht einsame Spitze in der 3. Liga. Als ein Ausreißer. Die Krefelder Fußballer haben nur ein Remis in ihren 14 Spielen erspielt. Sieben Siegen stehen sechs Niederlagen gegenüber. Himmel oder Hölle. Mehr Remis würden dem Punktekonto gut tun. Damit spielen die Uerdinger komplett gegen den Trend der Liga. Jedes dritte Spiel endet ohne Sieger. 44 Remis gab es bisher in dieser Saison. Uerdingens Trainer Stefan Krämer sagt: „Die Liga ist sehr eng. Jedes Spiel ist hart umkämpft. Eine Szene kann ein Spiel aus der Balance bringen.“

Mit drei Niederlagen rutscht
man um sieben Plätze ab

Der Fußball-Lehrer des KFC Uerdingen hat schon lange in der 3. Liga gearbeitet und findet: „Hohe Ergebnisse wie Wiesbadens 7:0 sind extrem selten. Die Leistungsunterschiede sind nicht so groß. Ich kann mich kaum an ein Spiel erinnern, dass ich mal mit mehr als drei Toren Unterschied gewonnen hätte.“

Krämer prognostiziert Spannung auf allen Ebenen bis zum Saisonfinale: „Selbst am 30. Spieltag wird es für alle Vereine noch um etwas gehen. Mit drei Niederlagen in Folge rutscht man um sieben Plätze ab. Die Summe der richtigen Entscheidungen bestimmt den Ausgang.“

Remis gegen SG Großaspach –
das wird kein Zufall sein

Es wird kein Zufall sein, dass das einzige Unentschieden des KFC ausgerechnet gegen die SG Großaspach geschah. Die Württemberger haben derer schon zehn gesammelt nach 14 Begegnungen. Sie sind auf dem besten Weg, den Rekord von Wacker Burghausen, Wiesbaden und Halle aus der Saison 2011/2012 einzustellen. Damals waren es jeweils 18. Die Spielvereinigung Unterhaching folgt mit großen Schritten. Die Münchner haben schon neunmal remis gespielt, zuletzt siebenmal in Serie. Damit stellten sie den bisherigen Höchstwert von Wehen/Wiesbaden aus 2012 ein. Doch auch ohne viele Unentschieden kann man durchaus erfolgreich sein, wie die Geschichte zeigt. Der 1. FC Magdeburg stieg im Vorjahr als Meister der 3. Liga auf, mit nur vier Remis.

Frontzeck: „Die vielen Remis gibt es, weil sich kaum jemand öffnet“

Was die Deutung der vielen Unentschieden angeht, so gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Michael Frontzeck, Trainer des 1. FC Kaiserslautern, etwa sagt: „Die vielen Unentschieden gibt es, weil sich kaum jemand öffnet. Viele haben kein Interesse, etwas fürs Spiel zu machen. Sie sagen: Wir spielen null Risiko. Wir sind bemüht, vorne anzugreifen. Und warten nicht nur auf Fehler der anderen.“

Karlsruhes Sportdirektor Oliver Kreuzer: „Im Allgemeinen sagt man zurecht, dass es eine sehr enge Liga ist. Und in diesem Jahr ist es wirklich ganz eng, man muss sich nur die geringen Punkteabstände auf den Tabellenplätzen eins bis zehn anschauen. Und diese Leistungsdichte zeigt sich dann eben auch auf dem Platz.“

Rostocks Trainer Pavel Dotchev meint: „Es ist ja kein großes Geheimnis, dass die Liga sehr ausgeglichen ist. Die Meisterschaft ist wie ein Marathonlauf. Es gilt konstant zu punkten. Es gibt von jedem Gegner umfangreiches Videomaterial, jeder hat Scouts und tolle Scoutingprogramme. Damit kann man die Taktik des Gegners gut analysieren und sich dann auf seine Spielweise einstellen.“

Die spielerische Qualität der Mannschaften reicht oft nicht aus

Meppens Trainer Trainer Christian Neidhart glaubt: „Es liegt an der Ausgeglichenheit der Liga. Oder durch Entscheidungen wie den Elfmeter am Montag in Osnabrück. Daher entscheiden meistens Kleinigkeiten. Die eine oder andere Mannschaft hat mehr Spielglück, weil sie einen Lauf hat. Es sticht für mich keine Mannschaft so heraus, dass sie die Liga alleine beherrschen würde.“

Das findet auch Aalens Kapitän Daniel Bernhardt: „Es zeigt sich, dass tatsächlich jeder jeden schlagen kann. Denn auch die Leistungsdichte der einzelnen Spieler ist auf einem extrem hohen Niveau. Das ist das, was die Zuschauer sehen wollen. Es gibt keinen FC Bayern München bei uns.“

Lottes Trainer Nils Drube sieht auch Defizite als Gründe: „Die spielerische Qualität der Mannschaften reicht oft nicht aus, um sich gegen taktisch gut organisierte Teams durchzusetzen. In der 2. Bundesliga ist es – ausgenommen der 1. FC Köln und der Hamburger SV – ähnlich.“

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