KFC: Königshofer ist der Königstransfer

Transfer : Darum ist Königshofer für den KFC Uerdingen der Königstransfer

Ein 1,93 Meter großer Torwart wird die neue Nummer eins beim KFC Uerdingen. René Vollath soll den Verein verlassen.

Ein bisschen Wiener Schmäh hat sich Lukas Königshofer ja bewahrt auf seinen Stationen in Deutschland. Beim Halleschen FC hat er schon gespielt, bei den Stuttgarter Kickers, zuletzt stand er im Tor der Spielvereinigung Unterhaching. Doch dort lief sein Vertrag aus. Der Wiener wollte weg, suchte eine neue Herausforderung. Nun wird der 30-jährige Österreicher den Posten beim KFC Uerdingen bekleiden, die ja seit der vergangenen Woche neu ausgeschrieben war.

Der bisherige Stammtorwart René Vollath soll dafür weichen, begab sich auf die Suche nach einem neuen Club. In einem Vieraugengespräch habe Trainer Heiko Vogel dem Oberpfälzer seine Perspektive aufgezeigt, in „offenen Worten“, wie der KFC-Trainer sagte. Nun hat Vogel neben Jan Kirchhoff einen weiteren Wunschspieler erhalten.

Am Dienstagmorgen absolvierte Königshofer bereits die medizinische Untersuchung. Einen Tag später trainierte er schon Seit‘ an Seit mit seinen Konkurrenten Vollath und Robin Udegbe, angeleitet von Torwarttrainer Manfred Gloger. „Wir haben Lukas Königshofer nicht geholt, um ihn auf die Bank zu setzen“, sagt Vogel, „er geht mit Vorsprung ins Rennen. Es ist ein Nummer-eins-Transfer.“

Vollath lässt sich von seiner Degradierung nichts anmerken

Uerdingens Maximilian Beister beim Laktattest. Foto: Revierfoto

Von seiner Degradierung ließ sich Vollath im ersten Training mit dem Neuen nicht viel anmerken. Energisch wie immer ging der 29-Jährige zur Sache, er pusht sich, er ruft Kommandos, feuert sich und andere an. „An Renés Einstellung zweifle ich nicht“, sagt Vogel. Unmöglich sei es nicht, so sagte es Vollaths Berater in der Vorwoche, dass der gebürtige Amberger seinen Vertrag, der noch bis 2020 läuft, erfüllt. Doch dürfte die Chance darauf sinken. Ein U23-Torwart soll noch kommen. Für Robin Udegbe allerdings ist die Konstellation nicht neu: Er bleibt der Herausforderer, dafür war er im Winter aus Oberhausen geholt worden.

Lukas Königshofer, der unter dem früheren österreichischen Bundestrainer Marcel Koller im Kader der Nationalmannschaft stand, aber nie zum Zuge kam, kann sich in die Gefühlslage Vollaths hineinversetzen: „So hat es mich auch schon erwischt. Profifußball ist ein dreckiges Geschäft.“ Seine neue Mannschaft beurteilt er mit viel Lob: „Es sind große Kaliber dabei. Im Training ist gutes Tempo drin.“ Königshofer hat noch keine Wohnung gefunden, lebt noch im Hotel. Seine Freundin ist Flugbegleiterin, er hat einen Sohn.

In Halle kümmerte er sich damals auch um einen gewissen Osayamen Osawe, der dort seine ersten Schritte in Deutschland machte. Beide kennen sich. Heute spielen sie gemeinsam für den KFC. Heiko Vogel nennt die Qualitäten Königshofers: „Er kommuniziert sehr gut. Dazu kommt seine Präsenz, seine Ausstrahlung. Trotz seiner Größe von 1,93 Meter ist er sehr gut im Eins-gegen-Eins. Es war eine Entscheidung für Königshofer, nicht gegen Vollath.“

Am Mittwochvormittag ließ Vogel seine Schützlinge beim Laktattest  schwitzen. In mehreren Gruppen absolvierten die Spieler  das Pensum auf dem Rasenplatz neben der Grotenburg.

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