KFC kann sich auf Torhüter Robin Benz verlassen

Fußball : Benz genießt seine zweite Chance

Im Januar noch aussortiert, ist er nun der Rückhalt beim KFC.

Da stand dieser Mann in der Interviewzone des Essener Stadions, streifte sich seine Handschuhe ab. Er sah zufrieden aus mit sich und der Welt, das konnte er auch sein. Soeben hatte der KFC Uerdingen seinen ersten Pflichtspielsieg in 2019 vollbracht, war ins Endspiel des Niederrheinpokals eingezogen. Daran hatte auch Robin Benz seinen Anteil. Seit Wochen bildet der 23 Jahre alte Torhüter den Rückhalt der Krefelder, auch in Essen beim 2:0-Sieg fing er Schüsse und Flanken. Von Nervosität, die man bei ihm noch im Niederrheinpokal in Baumberg und im Ligaspiel gegen Jena im vergangenen Herbst festgestellt hatte, war keine Spur.

Im Januar konnte er sich
einen neuen Verein suchen

Benz, so scheint es, ist mit sich und seiner Situation im Reinen. Seit sich Stammtorwart René Vollath am 8. März im Heimspiel gegen den Karlsruher SC verletzte, auf unbestimmte Zeit ausfällt, ist es Benz, der das Tor bewacht. Und diese Aufgabe löst er trotz seiner Kränkung mit der Aussortierung zu Jahresbeginn, als wäre gar nichts passiert. Benz hat eine unverhoffte zweite Chance erhalten, nutzt sie. Benz gehörte Ende Januar schon nicht mehr der Mannschaft an. Er durfte sich einen neuen Verein suchen, stand kurz vor einem Engagement bei Alemannia Aachen. Dann ist er noch einmal durch die Hintertür zurückgekehrt, erlebt aktuell die beste Phase seiner Karriere. Das Pokalspiel war bereits sein fünftes Spiel in Folge. Noch ist René Vollath verletzt, wie auch sein Vertreter Robin Udegbe, der sich kurz nach seiner Ankunft in Uerdingen im Januar an der Schulter verletzte, seitdem ausfällt.

Benz: „Ich genieße jetzt
einfach die Spiele“

So ist Robin Benz plötzlich die Nummer eins. Er ist jetzt ein Torhüter in der 3. Liga, der gezeigt hat, dass er bestehen kann, nicht mehr bloß ein junger Ersatzmann mit Perspektive, der 2017 vom Regionalliga-Absteiger Sprockhövel nach Krefeld kam. „Ich genieße jetzt einfach die Spiele, alles andere wird man sehen“, sagte er über seine Lage.

Auch Cheftrainer Frank Heinemann ist angetan vom 23-Jährigen: „Er strahlt Ruhe aus. Er ist Teil der Mannschaft, hat seine Aufgaben toll gemeistert. Wenn er rauskommt, ist er sicher.“ Die Fangkünste werden auch am Samstag im Spiel bei den Sportfreunden Lotte gefragt sein. Die Begegnung steht unter der Überschrift Abstiegskampf. Die Uerdinger sind seit zwölf Spielen in der Liga ohne Sieg. Nach dem ordentlichen Auftritt in Essen soll nun auch die Wende in der Meisterschaft gelingen. Doch Heinemann warnt: „Wir müssen auch in Lotte eine Schippe drauflegen. Die gehen zur Sache. Wir müssen dagegenhalten.“ Trainer Heinemann kann sich die eine oder andere Veränderung der Startelf in Lotte vorstellen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass die Sieger von Essen auch in Lotte ihr Glück versuchen dürfen.

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