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KFC in der Klosterpforte: Endlich wieder Zweikämpfe

Fußball : KFC in der Klosterpforte: Endlich wieder Zweikämpfe

Der Drittligist aus Krefeld bereitet sich eine Woche in Klausur auf den Wiederanpfiff in Mannheim vor.

Zweikämpfe, Zweikämpfe und noch einmal Zweikämpfe. Unter diesem Stichwort standen die ersten beiden Einheiten des KFC Uerdingen in seinem Rückzugsort, dem idyllischen Sport-Hotel Klosterpforte im westfälischen Harsewinkel, den der Drittligist am Sonntagabend bezogen hatte und ihn auch bis Freitagnachmittag nicht mehr verlassen wird. Dann begibt sich Trainer Stefan Krämer mit seiner Mannschaft aus der Klausur heraus auf den Weg nach Mannheim, wird aber weiterhin in Quarantäne leben müssen. Am Samstag geht es dort erstmals seit dem 8. März wieder um Punkte.

Hotel beherbergte immer wieder prominente Sportteams

„Jetzt sind wir wieder im Mannschaftstraining. Jetzt ist wieder Vollkontakt. Es hat den Jungs Spaß gemacht und auch uns“, sagte Krämer am Montagabend nach den ersten Eindrücken. Nach über zehn Wochen Einzeltraining und Übungen in Kleingruppen kam die Mannschaft vollständig auf dem Fußballfeld zusammen. „Ich habe keine Zurückhaltung gesehen. Wir wollten viele Zweikämpfe auf den engen Spielfeldern sehen“, befand Krämer. Am Montagabend gab es noch ein Videostudium der ersten Einheiten, danach ein Abendessen. Auch das individuelle Verhalten im Training wird besprochen – unter den strengen Hygiene-Vorschriften. Nicht mehr als drei Personen dürfen sich in einem Raum aufhalten. Das Hotel verlassen darf bis zur Abreise niemand. Es herrscht Besuchsverbot. Anders als im Trainingslager schlafen die Spieler in Einzelzimmern.

Die Residenz Klosterpforte hat in Fußballkreisen einen berühmten Namen. Das Mannschafts-Hotel beherbergte in der Vergangenheit immer wieder prominente Sportteams. 2006 residierte sogar Portugals Nationalmannschaft in der Idylle. 2008 kam einmal die türkische Auswahl, neben vielen anderen ausländischen Teams wie Lazio Rom, Beijing Guan oder Aston Villa. Deutsche Vereine, aber auch internationale Klubs, geben sich die Klinke in die Hand. Auch Stefan Krämer schaute schon früher mit Arminia Bielefeld hier vorbei. Ob Kloster-Abtei, Fischerhütte, dem Haus am See – die Abgeschiedenheit am Fuße des Teutoburger Waldes wollen die Krefelder dazu nutzen, ihren Blick und die Sinne wieder zu schärfen.

Am Samstag steht das Auswärtsspiel bei Waldhof Mannheim an. Langeweile oder Lagerkoller darf da nicht aufkommen. Am Dienstag dürfen die Spieler länger ausschlafen. Erst mittags geht es auf den Platz. So sollen die Tage in der Quarantäne nicht zu lang werden. Viele Spiele auf dem großen Feld, Spielaufbau, Elf-gegen-Elf, aber auch das Anlaufen mit Varianten oder das Einüben von Standard-Variationen stehen bis Freitag auf dem Plan. „In einer Woche kann man nicht alles aufholen, was wir in den vergangenen Wochen nicht machen durften“, sagt Krämer: „Bei 100 Prozent können die Spieler noch nicht sein. Für die Umstände aber sind wir auf einem vernünftigen Niveau.“

Klar ist nun auch, dass sich der Aufwand lohnen wird. Am Montag beschloss eine überwältigende Mehrheit der Delegierten auf dem Bundestag des Deutschen Fußball Bundes die Fortsetzung der 3. Liga am 30. Mai. 222 Stimmen sagten Ja, das waren etwa 94,8 Prozent. Zwölf Gesandte waren dagegen, 16 enthielten sich. Der Antrag der Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt, die einen sofortigen Abbruch forderten, kam nicht mehr zur Abstimmung.

Damit wird die Spielklasse ab dem kommenden Wochenende fortgesetzt. Elf Partien sind noch zu bestreiten für den KFC bis zum 4. Juli. Eine eventuelle Aufstiegsrunde würde bis zum 11. Juli abgeschlossen sein. Allerdings sind noch Klagen offen. „Dem DFB bleibt gar keine andere Wahl, als die 3. Liga fortzusetzen. Es sollte jedem einleuchten, dass eine nationale Liga spielen können muss, selbst wenn das in zwei Bundesländern noch nicht möglich ist“, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch.