KFC Uerdingen: KFC gegen Viktoria: Beister trifft und fällt — Elfmeter

KFC Uerdingen : KFC gegen Viktoria: Beister trifft und fällt — Elfmeter

Der KFC ist dem Sieg im Topspiel gegen Viktoria Köln näher. Aber weil Kefkir einen Strafstoß verschießt, können die Uerdinger den Vorsprung nicht ausbauen.

Krefeld. Er habe gar nicht viel nachgedacht, wie und wohin er den Ball schießen wollte, der da Mitte der zweiten Hälfte vor ihm lag. Ruhend, unbewegt auf dem Elfmeterpunkt. Oguzhan Kefkir nahm ein paar Schritte Anlauf, dann schoss er in die von sich aus untere linke Ecke. Doch Kölns Schlussmann Sebastian Patzler war schon da — und hielt die Viktoria im Liga-Hit gegen den KFC Uerdingen im Spiel — 1:1. Patzler, der Torwart des Tabellenzweiten, Kefkir und Marcel Reichwein waren die Hauptfiguren in der entscheidenden Phase. Kefkir sagte später: „Ein Elfmeter ist immer 50:50. Ich bin ein bisschen traurig, aber es geht weiter. Wenn wir bald einen Elfmeter bekommen, werde ich mir wieder den Ball nehmen.“

Zu welcher Seite würde das Pendel ausschlagen? Erst kurz zuvor hatte Maximilian Beister den Ausgleich erzielt, Patzler konnte eine Hereingabe des gerade eingewechselten Jan Holldack nicht festhalten, Beister staubte ab. In der Folge fielen der Kölner Keeper und seine Abwehrkollegen mit einigen Aktionen auf, die Viktoria-Trainer Olaf Janßen als „Harakiri“ geißelte. Patzler lief aus dem Tor, ohne den Ball zu erwischen, er spielte einen Ball den Uerdingern vor dem Strafraum in den Fuß. Doch diese verweigerten diese Geschenke. Marcel Reichwein scheiterte im Eins-gegen-Eins an Patzler oder blieb nach einem Ballgewinn im Strafraum hängen. Unordnung folgte im Getümmel, Chaos vor dem Tor, dann ein Foulspiel. Schiedsrichter Andreas Steffens verhängte einen Strafstoß.

Die meisten der etwa 4800 Zuschauer erhoben sich schon voller Vorfreude von ihren Sitzen. Es war die Phase, als die Krefelder zum Greifen nah an der Führung waren. Dann jedoch verschoss Kefkir den Elfmeter. Chance vertan. Eine bessere Möglichkeit auf den Sieg bot sich den Gastgebern gestern nicht mehr. „Der KFC hat mächtig Druck gemacht. Mit dieser Mannschaft ist zu rechnen“, sagte auch der ehemalige Bundesliga-Trainer Hannes Bongartz: „Aber eine Entscheidung um den Aufstieg ist noch nicht gefallen.“

Es war für den KFC das Spiel der verpassten Chancen. Trainer Stefan Krämer sagte: „Wir hätten es verdient gehabt zu gewinnen. Was der Punkt wert ist, wird die Saison zeigen.“ Kapitän Mario Erb meinte: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Trotzdem hätten wir uns für den Aufwand belohnen müssen. Wir gehen aber nicht mit einer negativen Stimmung vom Hof. Wir hatten die Chance, das Spiel zu gewinnen. Man kann es nicht rückgängig machen.“

Die Krefelder müssen also abwarten, wie die Viktoria ihre zwei Nachholspiele absolviert. Zwei Punkte beträgt der Vorsprung, fünf hätten es sein können. Das wäre im Rennen um die Meisterschaft schon eine Ansage an die Kölner gewesen. So bleibt der KFC in der Warteposition.

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