KFC-Fans: „Man muss sich die Spiele ja nicht mehr schöntrinken“

KFC-Fans: „Man muss sich die Spiele ja nicht mehr schöntrinken“

KFC-Fans nehmen Alkoholverbot gelassen. Verständnis für Polizeimaßnahmen, auch wenn es ruhig bleibt.

Schon am Morgen hat KFC-Fan Anke Juntermanns Mannschaftsbusse der Polizei am Kaiserplatz gesichtet. Es sollen aber für sie die einzigen Auffälligkeiten rund um das Heimspiel gegen den Wuppertaler SV bleiben, das wegen der beidseitigen Fanrivalität als Risikospiel eingestuft worden war. Die Staatsmacht hatte daher eine hohe Präsenz für den Samstagnachmittag angekündigt und ein Alkoholverbot im Stadion verhängt.

6162 Besucher sind trotzdem gekommen und gut gelaunt, auch weil der Einlass an den Kassen diesmal reibungsloser verläuft als noch gegen Viktoria Köln, auch dank des Vorverkaufs. Während des Spiels bleibt es ruhig. Anke Juntermanns hat keine Probleme, ins Stadion zu gehen, so ergeht es auch den meisten anderen in Fankluft: „Ich habe keine erhöhten Kontrollen festgestellt. Das Alkoholverbot ist aber lächerlich. Es trinken doch eh alle vorher woanders. In England gibt es immerhin ein Alkoholverbot für die Umgebung.“

Ähnlich sieht es Heinz Klein, der zum Stammpublikum gehört und auch die Auswärtsfahrten mitmacht: „Da habe ich bei anderen Spielen schon mehr Polizei gesehen, wenn wir auf den Dörfern gespielt haben.“ Bier ohne Alkohol? Für Klein kein Problem: „Ich trinke so wie es kommt.“ Jan Wehr kommt ebenfalls „problemlos“ ins Stadion. Das Verbot stört ihn nicht: „Man muss sich die Spiele ja nicht mehr schöntrinken.“

Andere witzeln, man habe ja noch genügend Restalkohol vom Vorabend im Blut. Auch Christian Schustek hat auf seinem Fußweg vom Sprödentalplatz zur Grotenburg wenig Uniformierte gesehen: „Vielleicht ein oder zwei Streifenwagen mehr als sonst.“ Das Alkoholholverbot kann er nachvollziehen: „Man weiß, dass die Fans des WSV und des KFC keine Freunde sind. Ich kann die Polizei verstehen.“ Das tut auch KFC-Sprecher Jan Filipzik: „Es war richtig. Wir hatten ja heute ohnehin nicht viel zu feiern.“ Die Meisterfeier bleibt schließlich aus. Vorerst.

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