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Oberliga Niederrhein: KFC erkämpft Matchball

Oberliga Niederrhein : KFC erkämpft Matchball

Nach dem 1:0-Heimsieg gegen Bocholt können die Uerdinger den Aufstieg in die Regionalliga am nächsten Spieltag perfekt machen.

Krefeld. Stadionsprecher Jochen Steffens blieb im Augenblick des Sieges nichts anderes übrig als die rund 2500 Zuschauer, die am Sonntag den 1:0-Erfolg des KFC Uerdingen über den 1. FC Bocholt miterlebt hatten, einfach für den nächsten Sonntag noch einmal einzuladen. Denn am Sonntag gab es ja im letzten Heimspiel der Saison noch nichts zu feiern, auch wenn sich die Fans und Spieler schon erwartungsfroh auf den baldigen Aufstieg im Freudentaumel bewegten.

Das große Ziel rückt immer näher, aber es ist noch immer nicht erreicht. Die vorzeitige Meisterschaft soll nun nach dem Spiel am kommenden Sonntag begossen werden — an der Grotenburg. Voraussetzung: dass der KFC in Hiesfeld den letzten Schritt macht. Mit einem Sieg wäre der Aufstieg definitiv perfekt, unabhängig davon, was Schonnebeck macht. Im Geiste haben sich Fans und Verantwortliche natürlich längst mit dem Gedanken angefreundet, in der nächsten Saison in der Regionalliga zu spielen. Doch noch ist Geduld gefragt. Seit Sonntag haben die Krefelder elf Punkte Vorsprung auf Schonnebeck bei noch vier Partien.

„Nie mehr Oberliga“-Chöre schallten von der Tribüne auf den Rasen, auf der Pressekonferenz sangen die anwesenden Fans ihrem Trainer André Pawlak sogar ein Ständchen. Dieser nippte noch eben an seinem „Krefelder“, ehe er die Leistung seiner Mannschaft mit lobenden Worten beschrieb: „Wir haben die Rückschläge der vergangenen Wochen gut weggesteckt, nie einen Gegner unterschätzt.“

Auch am Sonntag gab es gegen die konterstarken Gäste, die als beste Auswärtsmannschaft angereist waren, zunächst eine schlechte Nachricht: Vincent Wagner ging nach 38 Minuten mit einem Muskelfaserriss vom Platz. Auch für ihn ist die Saison beendet. Der Mannschaft aber machte diese erneute Schwächung wie so oft nichts aus. Der KFC überließ den Gästen weitgehend den Ball, weil der 1. FC „eine Kontermannschaft“ sei, so Pawlak: „Wir wollten die Null halten und standen bewusst tiefer. Bocholt kann kicken.“

Im ersten Durchgang belauerten sich die Teams noch, nach der Pause fasste sich dann Oguzhan Kefkir, der am Sonntag über die volle Distanz spielte, ein Herz und schoss aus 25 Metern ins Tor (48.). Ein Kunstschuss, den er schon häufiger im Training probiert hatte. Am Sonntag schlug der Ball ein. Der neue Mann kommt immer besser in Form. Seine Qualität im Eins-gegen-Eins, seine Beidfüßigkeit, der Antritt und im Dribbling sind unverkennbar.

In der Folge ließ der KFC durch Danny Rankl, der sich eine Kopfverletzung zuzog, damit jedoch weiterspielte, als wäre nichts geschehen, oder Denis Pozder noch einige Gelegenheiten zur Vorentscheidung aus. In Hiesfeld aber will der Spitzenreiter nichts mehr dem Zufall überlassen.