KFC: Die Luft wird dünner

Gegen Essen spielen die Uerdinger nur 1:1. Wieder vergibt die Elf viele Chancen.

Krefeld. Es war die beste Anfangsviertelstunde, die der KFC Uerdingen in der laufenden Saison in der Fußball-Regionalliga am Samstag gegen Rot-Weiss Essen gezeigt hat. Nach dem Führungstreffer von Ahmed Ammi (3.) nach einem Freistoß von Issa Issa ließen die Hausherren gegen total verunsicherte Gäste aus dem Ruhrgebiet gleich drei Großchancen aus — nicht zum ersten Mal in jüngster Vergangenheit. „In dieser Phase müssen wir das Spiel einfach für uns entscheiden. Zur Pause hätte es 3:0 oder 4:1 stehen können“, sagte KFC-Trainer Eric van der Luer nach dem 1:1 (1:1) sichtlich geknickt.

Foto: A. Bischof

Doch Moses Lamidi und Emrah Uzun brachten in der 6. Minute ihre Möglichkeiten ebenso wenig im Tor unter wie Waldemar Schattner, der am Pfosten scheiterte (12.). „Wir müssen einfach besser unsere Chancen nutzen. Dann kommt RWE auch nicht zurück in die Partie“, kritisierte Torhüter Robin Udegbe den wieder einmal höchst fahrlässigen Umgang mit Torchancen.

Mit der ersten Möglichkeit der Partie glich Essen dann durch Propheter (23.) aus. Doch es gab Diskussionen um den Einschuss aus drei Metern. „Der Ball war nicht mit vollem Umfang hinter der Linie. Sonst wäre ich auch nicht so aufgebracht gewesen“, sagte Udegbe. Auch Schieds- und Linienrichter waren sich kurz uneinig, ob der Ball komplett hinter der Linie war, gaben das Tor aber dennoch.

Der Treffer zeigte Wirkung bei den Hausherren. Das Pressing der Anfangsminuten und der schnelle Spielaufbau waren dahin. Fortan agierten die Hausherren nur noch mit langen Bällen, viele Foulspiele trübten das Niveau zusätzlich. Allerdings nutzte auch RWE seine Chancen nicht konsequent, und der KFC kam gar nicht mehr vors gegnerische Tor. „Dieses Remis fühlt sich an wie eine Niederlage“, gab van der Luer zu.

Der KFC-Trainer übte aber nicht nur scharfe Kritik an der Chancenverwertung, sondern hatte noch eine andere, simple Erklärung für den Leistungseinbruch seines Teams nach dem Ausgleichstreffer und speziell im zweiten Durchgang: die katastrophalen Platzverhältnisse in der Grotenburg. „Auf diesem Rasen war am Ende kein vernünftiges Spiel mehr möglich“, sagte der Niederländer. Keeper Udegbe meinte: „Wir müssen aufhören darüber zu reden, dass wir so viel Qualität im Kader haben. Wir müssen die Leistung jetzt einfach auf den Platz bringen und punkten.“ Weil die Konkurrenz aus Bochum und Wattenscheid parallel Siege feierte, wird die Luft im Tabellenkeller immer dünner für den KFC, der endlich eine Siegesserie braucht. Am Samstag geht es zu den Sportfreunden Lotte, die der Mannschaft von van der Luer in der Hinrunde eine 0:7-Niederlage zufügte. Rosige Aussichten sind das ganz und gar nicht.

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