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Oberliga Niederrhein: KFC: Der Endspurt wird zum Spagat

Oberliga Niederrhein : KFC: Der Endspurt wird zum Spagat

Das Derby heute gegen den TSV Meerbusch läutet den Endspurt ein — der Tabellenführer läuft personell auf der letzten Rille.

Krefeld. Körper und Geist. Beides muss bekanntlich bei einem Leistungssportler im Einklang stehen, um Erfolge zu feiern. Der Wille und die Kraft, ein Paar, das beim Oberliga-Spitzenreiter KFC Uerdingen derzeit so gefragt ist wie nie zuvor in dieser Saison. Jetzt, da es auf den letzten Metern der Spielzeit darum geht, geringste Zweifel am Aufstieg auszuräumen.

In den vergangenen Wochen schien es, als funktioniere derzeit zumindest einer dieser Punkte nur eingeschränkt. Die Punktverluste am Sonntag in Baumberg (2:2 nach Führung) oder in Hönnepel-Niedermörmter (1:2-Niederlage) vor zwei Wochen sind Zeugnis. Auch die zwei Gegentore beim 5:2-Sieg gegen das Schlusslicht Kray bezeichneten die Beteiligten als zu viel. Trainer André Pawlak sagte nach dem Spiel in Baumberg: „Wir gehen kräftemäßig gerade am Stock.“ Auch Verteidiger Vincent Wagner sagte: „Ein Substanzverlust ist spürbar. Individuelle Fehler passieren, wenn man nicht zu 100 Prozent konzentriert ist.“

Fünf Langzeitverletzte befinden sich aktuell im Lazarett der Uerdinger, dazu kommen angeschlagene Akteure wie Maximilian Güll oder Oguzhan Kefkir. Zudem handelten sich die Krefelder seit Ende März drei Rote Karten ein. Das dezimiert den ansonsten qualitativ guten und breiten Kader — und damit auch die Auswahlmöglichkeiten.

Schonung ist am Ende einer langen Saison kaum mehr möglich. Pawlak sagt: „Keine Mannschaft kann das so einfach auffangen. Wir müssen immer am Limit spielen. Dem Gegner reicht schon ein Remis. Uns nicht. Der Druck liegt bei uns. Das zehrt auch an den mentalen Kräften. Aber es ist keine Entschuldigung. Wir hätten in Baumberg auch gewinnen können. Wir müssen die Situation annehmen.“

Pawlak vermisste in Baumberg zum Beispiel auch einen Spieler wie Tanju Öztürk, einer „der ein Spiel im Zentrum beruhigen kann.“ In Hönnepel musste sich Pawlak die Aussage „Mentalität kann Klasse schlagen“ seines Kollegen Georg Mewes anhören. Der KFC war an dem Tag nicht bereit gewesen, die letzten Prozent zu aktivieren, um den Abstiegskandidaten — seinerzeit die zweitbeste Rückrundenmannschaft — nieder zu ringen. Und in Baumberg rappelten sich die Gäste nach einer eher gemächlichen ersten Hälfte und taktischen Umstellungen zu einer Drangphase auf, drehten das Spiel, ließen dann aber nach, kassierten den Ausgleich. Und doch hat der Ligaprimus KFC immer noch neun Punkte Vorsprung vor der Konkurrenz.

Am heutigen Mittwoch kommt Abstiegskandidat TSV Meerbusch in die Grotenburg (19.30 Uhr). Eine Mannschaft, die in den vergangenen Jahren immer wieder mit ihrer Giftigkeit dem KFC das Leben schwergemacht hat. Am Sonntag gastiert der Tabellendritte 1. FC Bocholt in Krefeld, der die Uerdinger in der Hinrunde besiegte. Es könnten also wieder zwei mühevolle Prüfungen binnen weniger Tage werden — für Körper und Geist.