KFC bestätigt offiziell: Ronny Kockel erhält fristlose Kündigung

KFC bestätigt offiziell: Ronny Kockel erhält fristlose Kündigung

Paukenschlag kurz vor dem Jahresende: Präsident Lakis zieht personelle Konsequenzen.

Krefeld. Berichtet hatte die WZ bereits am Dienstag, dass Ronny Kockel als A-Jugend-Trainer seine Abschiedsvorstellung beim KFC Uerdingen gegeben hat. Am Mittwoch bestätigt der Verein offiziell: Der ehemalige Assistenztrainer von Regionalliga-Trainer Eric van der Luer und ehemalige Geschäftsstellenleiter hat vom Verein die fristlose Kündigung erhalten. „Das Vertrauensverhältnis zwischen Vorstand, Sportlicher Leitung und Jugendleitung auf der einen und Herrn Kockel auf der anderen Seite, wurde in den vergangenen Monaten wiederholt massiv gestört, sodass nach anwaltlicher Beratung eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses unausweichlich war", schreibt der KFC. Laut des Vereins erfolgte der Beschluss einstimmig in einer gemeinsamen Sitzung des Vorstands und Verwaltungsrates.

Bereits vor dem Turnier hatte Kockel die A-Jugend-Spieler darüber informiert, dass sie ab dem 1. Januar einen neuen Trainer haben werden. Wer das sein wird, steht offenbar noch nicht fest. „Gespräche zur Nachfolge als U19-Trainer wurden bereits aufgenommen, damit auf einer guten Hinrunde aufbauend mit einem starken Team die Qualifikation zur kommenden Niederrheinliga-Saison angegangen werden kann."

Kockel bestätigte auf seiner Facebook-Seite den Rauswurf indirekt. „Hut ab vor so viel Hinterhältigkeit, Falschheit und Verlogenheit. Erfolg und vernünftige Arbeit ist hier wohl nicht erwünscht“, schrieb der 38-Jährige.

Grund für die Kündigung soll nach WZ-Informationen die wiederholte Weitergabe von internen Informationen von Kockel an die Öffentlichkeit gewesen sein. Zum Beispiel gab es mehrfach Gerüchte über ausstehende Gehaltszahlungen. Zudem soll es nach der schrittweisen Entmachtung zum A-Jugend-Coach und einfachen Geschäftsstellen-Mitarbeiter mehrfach zu Auseinandersetzungen mit Vereinsverantwortlichen gekommen sein, die bis heute nicht ausgeräumt werden konnten.

Begonnen hatte der öffentlich ausgetragene Streit mit einem WZ-Interview Kockels nach dem 1. Regionalliga-Spieltag in Wattenscheid, die für erhebliche Unruhe im Verein gesorgt hatten. Unter anderem hatte Kockel die „fehlende Manpower beim KFC Uerdingen“ beklagt und zwei bis drei hauptamtliche Mitarbeiter eingefordert.

Zusammen mit Sascha Samulewicz leitete Kockel zu dieser Zeit die Geschäftsstelle, war Co-Trainer der 1. Mannschaft, Trainer der A-Junioren und kümmerte sich parallel auch noch um die Sponsorensuche. „Nach dem Aufstieg in die 4. Liga ist der Arbeitsaufwand explodiert, es ist in der jetzigen Konstellation einfach nicht mehr zu stemmen“, stellte der Ex-Profi-Torhüter damals fest. Die Antwort von KFC-Präsident Agissilaos „Lakis“ Kourkoudialos ließ nicht lange auf sich warten. „Die Kopfstellen müssen funktionieren, sie sind offenbar überfordert“, sagte Lakis in der WZ und drohte Kockel Konsequenzen für seine öffentlichen Äußerungen an. Der Verein reagierte vier Wochen später, Kockel war seit dem 8. September nicht mehr Co-Trainer und Geschäftsstellenleiter. Kurz vor dem Jahreswechsel folgte nun der endgültige Rauswurf.

Bis heute hat der Verein keinen Nachfolger als Leiter der Geschäftsstelle installiert geschweige denn anderes hauptamtliches Personal wie einen Sportlichen Leiter, in der Regionalliga durchaus üblich, eingestellt. Zusammen mit Sascha Samulewicz arbeiten derzeit ein Praktikant und ein Cousin von KFC-Präsident Lakis an der Glockenspitz 148 — Professionalität sieht anders aus.

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