Fußball : KFC atmet nach Sieg in Lotte durch

Erster Dreier in der Rückrunde – 3:1.

Die stärkste Währung im Fußball sind immer noch die Siege. Nichts kann sie ersetzen, keine noch so schöne Spielweise, kein noch so langer Applaus des Publikums. Und so wäre man doch am Samstagnachmittag gerne in der Kabine gewesen nach diesem 3:1-Sieg des KFC Uerdingen bei den Sportfreunden Lotte. Nach diesen langen Wochen und Monaten des Haderns seit dem 17. Dezember 2018, als die Krefelder gegen Wiesbaden letztmals drei Punkte gesammelt hatten in der 3. Liga. Damals sprach man noch von einer guten Ausgangssituation im Aufstiegsrennen. In diesem April hatte jedoch das Wort Abstiegskampf Konjunktur an der Grotenburg. Die Mannschaft gewann keines der zwölf Spiele der Rückrunde. Doch der KFC zeigte wie beim 2:0-Sieg im Pokalhalbfinale am Dienstag in Essen eine ansprechende Mannschaftsleistung, die für die restlichen sechs Spiele in Liga drei hoffen lässt. Die Spieler, Trainer und Präsident Mikhail Ponomarev atmen erst einmal durch. Der Fall ins Bodenlose ist erst einmal gestoppt.

Kapitän Mario Erb: „Wir haben nun auch eine andere Eintellung“

„Es tut enorm gut. Ich habe ja schon nach dem Pokalsieg gesagt, dass uns eine große Last abfällt. Die zurückliegenden Wochen waren sehr schwer“, sagte Kapitän Mario Erb, der in Lotte den Vorzug vor Dominic Maroh in der Innenverteidigung erhalten hatte, vor der Halbzeit per Kopf nach einer Ecke Roberto Rodriguez‘ das 3:0 erzielte. Eine 3:0-Führung zur Pause. Das hatte es beim KFC in dieser Saison noch nicht gegeben. Drei Treffer erzielten die Uerdinger in einem Spiel nur beim 3:2-Erfolg gegen Meppen am 8. August.

„Wir haben in den vergangenen Wochen viel gegrübelt, was wir besser machen müssen. Wir haben nun auch eine andere Einstellung an den Tag gelegt. In manchem Spiel in den vergangenen Wochen hatte die Körpersprache nicht gestimmt“, sagt Erb. Die Krefelder betonten die Bedeutung des Pokalspiels in Essen und präsentierten sich mannschaftlich wesentlich verbessert.

Trainer Frank Heinemann:
„Für die Seele ist das Gold wert“

Trainer Frank Heinemann schenkte derselben Startelf sein Vertrauen. Das zahlte sich aus. Schon nach fünf Minuten führten die Uerdinger. Stefan Aigner hatte Verteidiger Thomas Blomeyer bedrängt, der stolperte, verlor den Ball, Maximilian Beister schoss mit seinem starken linken Fuß ein. Der KFC blieb dran, war aggressiv, legte nach, zwang die verunsicherten Gastgeber zu Fehlern, kehrte die Logik der vergangenen Wochen um, als es die Uerdinger waren, die Treffer des Gegners begünstigten. Connor Krempickis Distanzschuss zum 2:0, dann Erbs Kopfball. „Wir sind glücklich, diese katastrophale Serie unterbrochen zu haben. Wir wollten den Schwung mitnehmen. Das frühe Tor hat geholfen“, sagte Heinemann und folgerte: „Man kann jetzt mal durchatmen. Die schönste Sache im Fußball sind immer noch die Siege. Für die Seele ist das Gold wert.“

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