KFC auch unter Meier mit Problemen in der Offensive

Fußball : Probleme in der Offensive

Auch gegen 1860 München verlor der KFC viele Bälle zu schnell. Neu-Trainer Norbert Meier fordert besseres Nachsetzen.

Es hatte schon leichte Fortschritte gegeben in diesem Heimspiel, mit dem neuen Trainer Norbert Meier an der Seitenlinie. Die Uerdinger Defensive sah deutlich souveräner aus als in den drei Spielen zuvor, in denen die Gegner oft mit raumgreifenden Schritten bis zum Strafraum der Krefelder vorgedrungen waren, da aber dann entweder im letzten Moment und oft auch erst durch Schlussmann René Vollath am Torerfolg gehindert wurden.

Der KFC stand gegen 1860 München deutlich kompakter, ließ sich nicht mehr so einfach ausspielen. Eine Sache aber war auch dem neuen Trainer aufgefallen, worüber schon sein Vorgänger Stefan Krämer viele Stunden Arbeitszeit investiert hatte: Der KFC hält zu wenig Bälle bei eigenen Angriffen am gegnerischen Strafraum. Und: Er ist danach zu anfällig für Gegenstöße.

Stürmer Grimaldi könnte Probleme des KFC lösen

Letzteres sah man in der Endphase, als die Gastgeber fast alles in den Siegtreffer investierten, der dann aber nicht fiel. „Wir haben in der Tiefe zu wenige Bälle festgemacht, haben zu wenig Unterstützung gegeben“, monierte Meier. Diese Klage hatte man in den zurückliegenden sieben Monaten in der 3. Liga auch schon einige Male von dem mittlerweile entlassenen Stefan Krämer gehört.

Es ist auch ein Problem bei all den Offensivbemühungen, die beim KFC nach wie vor schwerfällig aussehen, dass es kaum einen Spieler in der vordersten Reihe gibt, der das Spiel mit dem Rücken zum Tor meistert. Bälle abschirmen, ablegen, behaupten, Zeit gewinnen. Das wäre eine Aufgabe für den wuchtigen Mittelstürmer Adriano Grimaldi. Dieser aber befindet sich weiter im Aufbautraining in der Reha nach seiner Verletzung im Sprunggelenk. Ende März oder Anfang April, so wird es erwartet, könnte er sich wieder mit dem Mannschaftstraining beschäftigen.

Grimaldi könnte auch hohe Bälle verarbeiten. Ein Stilmittel, das nützlich werden kann, wenn es gilt, das gegnerische Tor zu belagern. Solche Druckphasen aber gelingen beim KFC nur sehr selten. Die Bälle kommen zu schnell wieder zurück.

Osayamen Osawe und Stefan Aigner sind dagegen eher sprintstarke Offensivspieler, Aigner ein gelernter Rechtsaußen. Aber auch Osawe verlor gegen München zu viele Bälle. „So viele Alternativen haben wir derzeit nicht“, sagt Meier: „Wenn wir Bälle verlieren, dann müssen wir sofort nachsetzen“, forderte der 60-Jährige. Ansonsten entstehen große Räume, in die der Gegner hineinstößt und die zurückgebliebenen Verteidiger vor extreme Aufgaben stellt.

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