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Kevin Großkreutz im Trainingslager - Maulkorb für die KFC-Spieler

Kevin Großkreutz im Trainingslager - Maulkorb für die KFC-Spieler

Im Trainingslager des KFC Uerdingen in Österreich werden sämtliche Interviews kurzfristig abgesagt. Am Vortag war Neuzugang Kevin Großkreutz zum Team gestoßen. Die WZ ist vor Ort.

Hopfgarten. Seine erste Trainingseinheit für den KFC Uerdingen fällt nicht nur sprichwörtlich ins Wasser. Seit Donnerstagnachmittag regnet es in Hopfgarten ununterbrochen, also trainiert Neuzugang Kevin Großkreutz am Freitagvormittag mit seinen neuen Teamkollegen im Kraftraum. Die freie Zeit bis zum Mittagsessen nutzt der Weltmeister, um sein neues Team kennenzulernen. Mit Innenverteidiger Christopher Schorch trinkt er in der Sitzecke einen Kaffee und informiert sich über seine neuen Kollegen.

Bereits am Vorabend verbrachte er mit Kult-Betreuer Andreas Bosheck einige Zeit, ließ sich von „Bossi“, dem ehemaligen Grotifanten, einkleiden. Und der schwärmte anschließend von Großkreutz: „Ist der nett. So unkompliziert.“ Das zeigt sich auch daran, dass Großkreutz auf „seine“ Nummer 19 verzichtet, diese Toptorjäger Lucas Musculus nicht wegnehmen möchte. Wahrscheinlich wird er mit der Rückennummer 6 auflaufen. Aber fest steht: Kevin Großkreutz wirkt entspannt.

Im Gegensatz zur Klubführung. Seit der KFC am Donnerstag den spektakulären Coup verkündet hat, wird es zunehmend schwierig, als weit gereister Medienvertreter etwas zu bekommen. Am Donnerstag gibt es keine Stimmen von der Geschäftsführung, das für Freitagmittag verabredete Großkreutz-Interview sagen die Klubbosse kurzfristig ab. Man wolle den Neuzugang aus dem medialen Fokus nehmen.

Trainer Stefan Krämer (l.) während eines Trainingsspiels. Foto: Köster

Und dann: werden plötzlich sämtliche Spieler-Interviews gestrichen, nicht nur das mit Großkreutz. Immerhin lässt sich das Trainerteam von dem Chaos nicht anstecken. Chefcoach Stefan Krämer ist hochmotiviert und will mit diesem Elan auch seine Spieler infizieren. „Ich bin sehr glücklich mit der Mannschaft. Von mir aus kann es morgen losgehen“, sagt der 51-Jährige der WZ. Die ersten spielerischen Eindrücke unterstreichen das. Bis zum wetterbedingten Spielabbruch machen die Uerdinger gegen den russischen Erstligisten FK Ufa eine gute Figur.

Auch Krämers Trainerteam arbeitet akribisch und modern daran, dass der Aufsteiger in der neuen Liga von Beginn an konkurrenzfähig ist. Athletiktrainer Fabian Illner misst mit Brustgurten und Computersoftware die körperlichen Daten der Feldspieler, Torwarttrainer Manfred Gloger zwingt seine Keeper in praxisnahe Situationen. Mit klaren Ansagen, aber auch viel Spaß.

Abseits des Platzes sieht es ähnlich aus. Die Erfolgsmannschaft des Vorjahres versucht, die Neuankömmlinge bestmöglich zu integrieren. Publikumsliebling Maximilian Beister sieht man fast nur noch im Doppelpack mit Stefan Aigner. Und natürlich müssen die Neuen zum Einstand singen. Nach Beisters „Someone like you“ von Adele auf einer türkischen Bowlingbahn im Januar geben Khalil Mohammad und Ali Ibrahimaj nun nach dem Abendessen ihre Rap-Fähigkeiten zum Besten. Dennis Daube stimmt das „Fliegerlied“ an und animiert seine Kollegen zum Mitmachen. Und die johlenden Zuschauer posten die Videos natürlich gleich in den sozialen Netzwerken. Bis Mittwoch haben die Spieler und Trainer noch Zeit für weitere Grundlagen, für den gemeinsamen Feinschliff. Dann geht es zurück nach Krefeld. Und bis dahin hat auch Kevin Großkreutz sein Ständchen gesungen.