Grotenburg: Mobile Tribünen könnten KFC-Rückkehr beschleunigen

KFC Uerdingen : Grotenburg: Mobile Tribünen könnten Rückkehr beschleunigen

Bei einem Treffen im Rathaus haben Stadtspitze und Generalunternehmer am Donnerstag weitere Details zur Sanierung der Grotenburg geklärt. Dies könnte die Rückkehr des KFC Uerdingens in sein eigenes Stadion beschleunigen.

Als die Mitarbeiter des renommierten Architekturbüros Albert Speer und Partner (AS+P) im Herbst 2018 die Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Grotenburg präsentierten, war die Hoffnung groß, dass der KFC Uerdingen schon bald wieder in seinem Stadion an der Berliner Straße spielen könnte. 15 Monate danach ist der Unmut derer, die es mit dem Fußball-Drittligisten halten, immer noch groß. Düsseldorf statt Krefeld heißt die Realität. Denn obwohl im November 2019 mit AS+P ein Generalunternehmer für die Umbauarbeiten gefunden wurde, gibt es bis heute keinen konkreten Zeitplan für die Sanierung des 1927 eröffneten und danach mehrfach ausgebauten Stadions im Herzen von Krefeld. Das soll sich in den kommenden zwei Wochen aber ändern. Wie die Stadt auf Nachfrage unserer Redaktion am Donnerstag mitteilte, soll der Zeitplan zur Sanierung der Grotenburg Mitte Februar vorliegen. Erst danach könne verlässlich gesagt werden, wann die Umbauarbeiten starten könnten. Im Groben sollen sich die Sanierungsmaßnahmen an denen in der Machbarkeitsstudie von AS+P vorgelegten Plänen für eine drittligataugliche Grotenburg orientieren. „Änderungen sind nur im Detail zu erwarten“, teilt Presseamtsleiter Timo Bauermeister nach einem Treffen zwischen Generalunternehmer und der Stadt am Donnerstag mit.

Grotenburg-Sanierung ist Chefsache von OB Frank Meyer

Derzeit werden bereits die Vorplanungen getroffen, die die Stadt abseits des 10,5 Millionen Euro teuren Umbaus schon in Auftrag geben kann. „Aktuell sind Maßnahmen der allgemeinen Instandhaltung vorgesehen, wie Betonsanierungsarbeiten. Unabhängig von einer Spieltauglichkeit zur 3. Liga sind diese Arbeiten im Stadion notwendig zum Erhalt der Gebäude“, so Bauermeister.

Nach WZ-Informationen soll bei dem Treffen am Donnerstag auch darüber gesprochen worden sein, wie der aktuelle Zeitplan, der in groben Zügen doch schon vorliegen soll, auf Wunsch der Stadt beschleunigt werden kann. Das Thema ist Chefsache. Während die Planung der Sportinfrastruktur eigentlich Sportdezernent Markus Schön und Sportamtsleiter Oliver Klostermann unterliegt, führt OB Frank Meyer die Gespräche zur Sanierung der Grotenburg selbst.

Fest scheint jetzt schon zu stehen, dass der KFC mindestens noch ein weiteres Halbjahr in einem auswärtigen Stadion spielen wird. Möglicherweise könnte daraus aber auch eine ganze Saison werden. Die Rückkehr könnte beschleunigt werden, wenn Spiele möglicherweise bei laufendem Sanierungsbetrieb ausgetragen werden könnten. Dafür wären aber nach WZ-Informationen unter anderem mobile Tribünen notwendig. Ein möglicher Einsatz der Sitzplätze auf Zeit soll ebenfalls Thema bei der Besprechung am Donnerstag gewesen sein. Ein ähnliches, aber deutlich aufwendigeres Modell gab es 2011 in Düsseldorf, als aufgrund der Durchführung des Eurovison Song Contest eine mobile Ausweich-Arena für die Fußball-Profis von Fortuna Düsseldorf geschaffen wurde. Drei Partien und einige weitere Konzerte wurden damals in der 20 168 Plätze fassenden Arena der Stadienbaufirma Nüssli durchgeführt. Kostenpunkt: 2,8 Millionen Euro. Diesen Aufwand wird man in Krefeld nicht betreiben. Dennoch könnten mobile Tribünen eine Rückkehr ins Heimstadion des KFC beschleunigen.

Das Grotenburg Stadion in Krefeld am 21.01.2020. Foto: Ja/BRAUER-Fotoagentur

Im Zuge des Stadionumbaus wird der Verein auch einen neuen Mietvertrag für die Grotenburg zu anderen Konditionen erhalten. Eine mögliche finanzielle Unterstützung des Vereins befindet sich laut Stadt noch in der Prüfung, sollte der KFC in der Saison 2020/21 nicht in Krefeld spielen können.

Derweil hat der Verein seine Fans für den 13. Februar zu einer Informationsveranstaltung in den Fischelner Burghof Gietz eingeladen (Beginn: 19.05 Uhr). Dann sollen die Anhänger der Blau-Roten über den Stand der Gespräche mit der Stadt zur Grotenburg-Sanierung sowie der derzeit unzureichenden Trainingssituation der Profi-Fußballer informiert werden.