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Effenberg über Borussia Mönchengladbach, Bayern und den KFC Uerdingen

Interview : Effenberg: „Es war zuletzt eine sehr intensive Zeit“

Stefan Effenberg ist seit Oktober Manager beim KFC Uerdingen – er spricht über seinen Job, wünscht Gladbach den Titel und sich ein paar ruhige Tage zum Weihnachtsfest.

Seit Anfang Oktober ist Stefan Effenberg Manager Sport beim Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen. Der 51-Jährige hat vornehmlich hinter den Kulissen gearbeitet. Die Mannschaft hat sich unter Stefan Reisinger als Teamchef und Trainer Daniel Steuernagel stabilisiert. Die Planungen für die nächsten Monate sind in der Vorbereitung. Mit unserer Zeitung sprach der frühere Bundesliga-Profi des FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach über . . .

... den Höhenflug von
Borussia Mönchengladbach

„Ich sehe eine positive Entwicklung. Die spielen eine tolle Saison. Sie hatten eine schwierige Phase, als sie gegen Wolfsberg verloren hatten und auch gegen Düsseldorf zurücklagen. Da dachte ich, es könnte kippen. Sie stehen aber verdient da oben, auch wenn sie jetzt erneut keine einfache Phase haben. Es macht einfach Spaß denen zuzugucken. Ich habe einen großen Respekt für Max (Eberl, d. Red). Was die da alles aufbauen, was sich da entwickelt, das ist schon herausragend.“

... das Auf und Ab beim FC Bayern

„Abschreiben darf man sie sowieso nie. Das ist ja klar. Es gibt auch mal Phasen, die nicht so einfach sind. Wenn einer immer antworten kann auf solche Dinge, dann ist es der FC Bayern. Mit dem Trainer machen sie es richtig. Ich kenne den Hansi (Flick, d. Red.) auch ganz gut. Es ist eben immer wichtig, dass du auch im Umfeld Ruhe bewahrst, dass manche Dinge nicht an die Öffentlichkeit kommen. Das ist enorm wichtig. Bei Bayern ist halt ein kleiner Umbruch mit den Abgängen Robben und Ribéry. Das muss man auch erst einmal kompensieren. Das geht nicht von heute auf morgen.“

... seine Prognose zur Meisterschaft

„Ich gehe mal stark davon aus, dass es entweder die Bayern oder Borussia Dortmund werden. Wünschen würde ich es natürlich Borussia Mönchengladbach. Das ist doch klar.“

... die Feiertage und
den Jahresausklang

„Wir haben am 22. Dezember noch das Spiel in Halle. Dann will ich erst einmal runterfahren, durchatmen, den Akku wieder aufladen. Es war zuletzt eine sehr intensive Zeit. Ich werde in Düsseldorf mit der Familie feiern. Ich fühle mich hier sehr wohl.“

... die sportliche Entwicklung des KFC Uerdingen

„Die Entwicklung ist gut. Man muss nicht mehr permanent in den Rückspiegel schauen in der Tabelle. Wir haben uns Luft verschafft. Ich weiß, dass man als Spieler jetzt auch nach oben schielt. Ich habe aber einen Rat: Das sollte man nur machen, wenn man jeden Tag zu 100 Prozent voll fokussiert ist. Das sehe ich aber bei den Spielern. Wir können uns auf die Weihnachtszeit freuen. Wir wollen die drei Punkte am Sonntag in Halle trotzdem.“

... die defensivere Spielweise

„Wichtig war erst einmal, Stabilität in die Defensive zu bringen. Darunter leidet halt dann die Attraktivität des Spiels nach vorne. Wir hoffen auf eine gute Vorbereitung und dass wir dann sagen: Wir sind physisch bei 100 Prozent. Wir sind auf einem guten Weg.“

... seine Arbeit als Manager

„Die gefällt mir sehr gut. Ich sitze nicht sieben Stunden im Büro. Der Kontakt zur Mannschaft ist mir sehr wichtig. Ich bin bei jedem Training dabei. Ich will alles sehen und beobachten, ein Ansprechpartner für die Jungs sein. Ich möchte hören, was ihnen auf dem Herzen liegt. So wie das bei Uli Hoeneß oder Rolf Rüssmann war. Das ist wichtig, diese Art mit den Spielern zu pflegen. Wir haben alle ein Ziel. Es ist wie bei Kindern. Mal werden sie gelobt, mal getadelt. Am Ende des Tages freue ich mich immer sie zu sehen. Die Beziehung zu den Spielern, Trainern und Physiotherapeuten hat höchste Priorität, aber auch der Austausch mit Mikhail Ponomarev (KFC-Aufsichtsratschef, d. Red).“

... die Kaderplanung im Winter

„Die Tendenz geht dahin, dass wir nicht viel verändern werden. Im Sommer laufen allerdings 14 Verträge aus. Die Planung wird im Trainingslager im Januar intensiviert. Dann werden wir mit Spielern und Beratern sprechen. Im Februar oder März weiß man, wo die Reise hingeht. Die Struktur des Kaders soll im Sommer ein Stück weit verändert werden. Da wird in meiner Kompetenz liegen, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen. Man braucht natürlich auch zentrale Stützen, die Erfahrung haben. 30 muss kein schlechtes Fußballer-Alter sein. Den Jungen wie Barry, Evina oder Mbom wollen wir Vertrauen geben und hoffen in Zukunft mit ihnen weiter zusammenarbeiten zu können. Wir müssen die richtige Mischung finden.“

... die Ziele in der laufenden Saison

„In der 3.Liga kann viel passieren. Kaiserslautern wurde schon totgeschrieben. Wir legen uns nicht fest. Andere Klubs, die von oben heruntergekommen sind, haben ein Ziel. Es geht aber darum, die Leistung über zehn Monate zu zeigen. Demut ist ein gutes Wort.“