Abstieg: Die Suche nach den Gründen

Abstieg: Die Suche nach den Gründen

Der Abstieg mit dem KFC Uerdingen nagt immer noch an Rico Weiler. Jeder müsse sich hinterfragen - auch der Vorstand.

Krefeld. Rico Weiler hat den Abstieg noch nicht verdaut. Auch drei Tage nach der Niederlage gegen die U 23 von Fortuna Düsseldorf (0:1) sitzt der Frust über den ersten Abstieg seiner Karriere beim Innenverteidiger des KFC Uerdingen noch tief. „Ich bin vielleicht nicht derjenige, der das immer nach außen zeigen kann, aber mich hat dieser Abstieg schon sehr getroffen und auch nachdenklich gemacht“, sagt Weiler.

Eine Erklärung für den am Ende mit fünf Punkten deutlichen Abstand zum rettenden Ufer hat Weiler nicht. „Man sucht einfach immer noch nach Erklärungen, warum nach so einer guten Hinrunde noch der Abstieg steht — mit nur einem Sieg in der Rückserie“, sagt Weiler.

Normalerweise fliegt der 25-Jährige nach einer Saison zusammen mit Freunden — unter anderem RWE-Profi Sven Kreyer — nach Mallorca, um ordentlich zu feiern. „Das erübrigt sich für mich dieses Jahr — nach einem Abstieg gibt es nichts zu feiern. Ich bleibe zu Hause“, sagt Weiler.

Bei der Frage nach den Gründen für den drastischen Leistungsabfall in der zweiten Saisonhälfte grübelt Weiler. „Es haben viele Faktoren eine Rolle gespielt. Deshalb müssen sich auch alle hinterfragen. Das gilt für jeden einzelnen Spieler wie für den Vorstand“, sagt Weiler. An der Qualität der Mannschaft hat es für Weiler hingegen nicht gelegen. „Aber die Konstanz hat gefehlt“, sagt Weiler.

Über seine persönliche Zukunft hat der Innenverteidiger noch nicht entschieden. „Der KFC wird mein erster Ansprechpartner sein, wenn er auf mich zukommt“, sagt Weiler, der sich so recht zwar noch nicht mit dem Gedanken, nächste Saison in der Oberliga zu spielen, anfreunden kann, ihn aber trotzdem in Erwägung zieht.

„Ich wusste letztes Jahr, was mich hier erwartet und habe trotzdem zugesagt. Jetzt ist es definitiv so, dass man als Sportler auch gewillt ist, diese Schmach zu tilgen“, sagt Weiler, der mit diesem Satz allerdings keinen Treueschwur verbindet. KFC-Boss Lakis hatte zuvor in der WZ betont, dass Weiler einer der Spieler ist, die er als Stütze für den Aufbau einer neuen Mannschaft in der Oberliga sehe.

Ob der KFC dort antreten wird, klärt sich voraussichtlich am Donnerstag. Dann will der VfR Aalen, der als Absteiger aus der 2. Liga wegen finanzieller Probleme droht, in die Regionalliga durchgereicht zu werden (WZ berichtete) — entscheiden, ob er die 3. Liga stemmen kann. Sollte dies der Fall sein und die U 23 von Borussia Mönchengladbach die Aufstiegsspiele erfolgreich gestalten, wäre der KFC doch gerettet. „Klar haben wir das im Auge, denn danach entscheidet sich für uns auch, mit welchen Voraussetzungen wir Trainer und Spieler für die neue Saison ansprechen könnten“, sagt Lakis.

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