Die schwere Zeit der KFC-Trainer im Frühjahr

Die schwere Zeit der KFC-Trainer im Frühjahr

Trainerentlassungen im Frühjahr sind sind auch beim KFC keine Seltenheit. Vergangene Woche wurde Michael Wiesinger entlassen. Im Vorjahr erwischte es André Pawlak, in 2016 Michael Boris.

Trainerentlassungen im Frühjahr sind in der Fußballbranche keine Seltenheit. Vereinsbosse, die das Gefühl beschleicht, ihre Ziele könnten in Gefahr geraten, versuchen auf diese Weise noch einmal das Ruder herumzureißen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um noch einen neuen Impuls zu setzen. Ob Aufstieg oder Abstieg, die Hebel sind immer dieselben. Und auch beim KFC Uerdingen gab es in den zurückliegenden Jahren Beispiele dafür, dass die jeweiligen Trainer nicht bis in den Sommer kamen. Am Donnerstag erwischte es Michael Wiesinger, im vergangenen Mai André Pawlak. Anfang März 2016 musste Michael Boris gehen. So liefen die Wechsel der vergangenen Jahre ab. Der Neue, Stefan Krämer, ist nach Boris, Jörn Großkopf, Pawlak und Wiesinger der fünfte Cheftrainer in Uerdingen seit dem Sommer 2015. Die Ambitionen der Clubführung bleiben hoch.

Der Bottroper hatte sich mit Starspieler Mohamadou Idrissou überworfen. Zudem liefen die Uerdinger damals der Musik hinterher. Nach der Winterpause sollte der Angriff auf den Wuppertaler SV erfolgen. Es folgten aber Testspielniederlagen gegen den Landesligisten Union Nettetal, ein 1:1 gegen den 1. FC Mönchengladbach, dann die 0:1-Niederlage in Schonnebeck. Danach war Boris für die Doppelspitze Lakis/Ponomarev nicht mehr zu halten. Die Mannschaft spielte lethargisch. Auch das Binnenklima Trainer/Mannschaft war nicht gut. Nach einer Übergangsphase übernahm der Hanseate Jörn Großkopf. Eine Aufholjagd fand nicht mehr statt. Meister wurde der Wuppertaler SV.

Pawlak war kein Fußballlehrer. Er arbeitete an einer Sekundarschule und besaß keine Trainerlizenz für die Dritte Liga. Er brachte den KFC dennoch auf Kurs, stieg am 14. Mai mit der Mannschaft nach einem 4:0 in Hiesfeld auf. 14 Punkte vor Schonnebeck. Bis jedoch die Meisterschaft feststand, dauerte es. KFC-Chef Mikhail Ponomarev hatte sich den finalen Schritt früher gewünscht. Im März gab die Mannschaft noch einen sicher geglaubten Sieg gegen Velbert (2:2) aus der Hand. Im April die 1:2-Niederlage bei Abstiegskandidat Hönnepel-Niedermörmter, dann das 2:2 in Baumberg Ende April. Ponomarevs Zweifel an seinem Trainer wuchsen. Er bekam das Gefühl, die großen und weiten Schritte Richtung Profifußball mit diesem Mann nicht gehen zu können. Zumal Pawlak noch im Hauptberuf an der Schule arbeitete. Ponomarev traute ihm den erfolgreichen Gang durch die Regionalliga West nicht zu. „Pawlak ist der perfekte Trainer für die Oberliga“, sagte er damals. Mitte Juni kam der frühere Bundesligatrainer und -spieler Michael Wiesinger.

Wie bei Michael Boris misslang der Start in die zweite Saisonhälfte nach der Winterpause. Das Pokal-Aus, danach drei Remis gegen Wattenscheid, Verl und Essen. Trotzdem liegen die Uerdinger nur einen Punkt hinter Viktoria Köln auf Rang zwei, die aber noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hat. Am Freitag spielten die Kölner 1:1 gegen Wuppertal. Andererseits: Hauptinvestor Ponomarev sieht die Gunst der Stunde, in diesem Jahr sofort den Durchmarsch zu schaffen und versucht noch einmal das Ruder herumzureißen. Nichts unversucht lassen. Die Chancen stehen immer noch gut. Die Leistungen der Mannschaft in den ersten Spielen des neuen Jahres waren jedoch sehr durchwachsen. Offensiv über lange Phasen harmlos, trotz der Aufholjagd in Essen in der Nachspielzeit. Hinten aber spürbar anfälliger als in der Hinrunde.

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