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KFC Uerdingen: Die Joker Reichwein und Müller stechen

KFC Uerdingen : Die Joker Reichwein und Müller stechen

Der Stürmer trifft auf Vorlage des Zugangs zum 1:0 gegen Erndtebrück. Trainer Wiesinger zieht die richtigen Trümpfe von der Bank.

Marcel Reichwein beugte sich noch einmal hinunter. Ein Erinnerungsfoto mit seinen beiden Kindern und dem Grotifanten. Der Rahmen: ein sonniger Oktober-Nachmittag bei über 20 Grad. Das Publikum spendete Applaus. Das hatte natürlich auch mit ihm zu tun. Mit seinem Kopfballtor macht der Stürmer alle glücklich. Sieben Minuten vor Schluss hob Christian Müller einen Ball in den Strafraum, Reichwein köpfte das Spielgerät ins Toreck — 1:0 gegen Erndtebrück.

Beide hatten so ihre Geschichte am Erfolg. Müller kam für Jan Holldack nach 40 Minuten herein, Stürmer Reichwein für sein Pendant Lucas Musculus Mitte der zweiten Hälfte, als die Begegnung sichtbar zäh verlief. Dann entschied das Duo das Spiel. Reichwein gab den Dank weiter: „Mit Müller und mir passt es gut. Das habe ich von Anfang an gemerkt. Christian hat ein Auge für die Mitspieler, kennt die Laufwege.“ Mit der Verpflichtung des 33-Jährigen hat der KFC die Konkurrenzsituation in der Offensive verschärft. Die Abschlussschwäche, immer noch ein Makel in der Saison, soll behoben werden. Strafraumstürmer Reichwein war in Oberhausen nicht mehr erste Wahl gewesen. Im Pokalspiel in Frohnhausen aber harmonierte er mit Müller, wenn auch gegen einen Bezirksligisten. Mal darf Musculus ran, mal Reichwein.

Trainer Michael Wiesinger sagte: „Keiner kann sich ausruhen. Ich wollte Müller noch nicht zu früh bringen. Er ist immer viel zwischen den Linien unterwegs.“ Müller sieht im Verdrängungskampf kein Problem: „Ich habe es immer angenommen, auch als ich Stammspieler war. Davon lebt das Geschäft. Ohne Konkurrenz wird man nicht besser.“ Es war Reichweins zweites Saisontor, sein Kollege Musculus hat drei erzielt. Joshua Endres eines. Das macht sechs Stürmertore nach 13 Spielen, bei 15 Treffern insgesamt. Musculus, der beim 1:0-Siegtreffer schon nicht mehr auf dem Platz stand, sagte: „Ich kenne Müller aus Koblenz. Konkurrenz ist gut. Ich freue mich, dass er dabei ist. Es treibt an. Darum stehen wir auch oben. Jeder muss sich beweisen. Der KFC ist ja kein Kreisliga-Team.“

Noch muss Müller aber an seiner Fitness arbeiten. „Am Ende ist ihm der Sprit ausgegangen“, sagte Wiesinger. Man kann aber schon erkennen, dass Müller ein wichtiger Baustein in der Offensive sein kann. Einer, der den letzten Ball spielt und selbst den Abschluss sucht. Seit sieben Spielen hat der KFC nie mehr als einen Treffer pro Spiel erzielt — wenn überhaupt.