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Der KFC Uerdingen und der Mann des Rubels

Der KFC Uerdingen und der Mann des Rubels

Mikhail Ponomarev ist begeistert vom Sport. Was er anpackt, scheint erfolgreich zu werden. Gelingt das auch beim KFC Uerdingen?

Krefeld. Fußball-Regionalligist KFC Uerdingen arbeitet seit Wochen hinter den Kulissen daran, sich finanziell breiter aufzustellen. Jetzt scheint es, als habe der Klub einen Partner gefunden. Nach Informationen der WZ steht nach mehreren Gesprächen der russische Unternehmer Mikhail Ponomarev vor einem Einstieg beim Fußball-Regionalligisten.

KFC-Boss Lakis dementierte den Namen auf Nachfrage der WZ am Montag — wohl aber vor allem deshalb, weil er den Einstieg Ponomarevs beim KFC nicht gefährden will. Dabei sollen die Verhandlungen bereits weit vorangeschritten sein. Nach Informationen unserer Zeitung soll Ponomarev 2. Vorsitzender beim KFC werden und in der Größenordnung wie Lakis einen sechsstelligen Betrag pro Saison zur Verfügung stellen. Ponomarev, der vor 16 Monaten als Gesellschafter bei der Düsseldorfer EG eingestiegen war, hatte im Januar zum Rheinderby zwischen der DEG und den Krefeld Pinguinen KFC-Vorsitzenden Agissilaos „Lakis“ Kourkoudialos zusammen mit Geschäftsführer Thomas Schlecht in seine Loge im ISS-Dome eingeladen.

Ponomarev, Vorstand bei Energy Consulting, einer der Marktführer im Bereich der Wirtschaftsprüfung und Beratung, gilt als enorm ehrgeizig und sportbegeistert zugleich. Zusammen mit dem Stahlunternehmer Peter Hoberg stopfte der russische Unternehmer gleich mehrfach finanzielle Löcher bei der DEG und ermöglichte damit den Fortbestand des Eishockeys in Düsseldorf. Zudem ist der russische Unternehmen Teilhaber des englischen Fußball-Zweitligisten AFC Bournemouth, aktueller Tabellenführer in Englands Championship, der den Aufstieg in die Premier League anpeilt. Bereits zwischen 2003 und 2008 unterstützte Ponomarev den russischen Eishockey-Klub Metallurg Magnitogorsk finanziell. In dieser Zeit gewann der Verein die Champions League, den Spengler Cup und die nationale Meisterschaft. Sein berufliches Credo: Wer die IT-Möglichkeiten anwendet, gehört zu den Gewinnern.

Sollte Ponomarev beim KFC in den Vorstand rücken, wird sein Ziel für die Zukunft der Aufstieg in die 3. Liga sein. Auch Geschäftsführer Thomas Schlecht wollte den Namen des möglichen neuen Vorstandsmitglieds nicht bestätigen, sprach aber von einem Investor, den man an der Angel habe und der Trikotsponsor werden soll. Gleichzeitig ist der KFC in Gesprächen mit einem Namensgeber für die Grotenburg. Für den KFC würden neue finanziellen Möglichkeiten eine deutliche Verbesserung der derzeitigen Situation sorgen. Gleichzeitig würde sich der Verein aus der alleinigen Abhängigkeit von Präsident Lakis lösen, der seit Jahren mit seinen Geldern den Betrieb rund um die Grotenburg aufrecht erhält.