Dem KFC Uerdingen gehen die Stürmer aus

Fußball : Sturm nur noch ein laues Lüftchen

Bei den Fußballern von Drittligist KFC Uerdingen sinkt die Trefferquote innerhalb eines Jahres erheblich. Am Samstag steigt die Begegnung in Aalen.

Als wäre die Leistung im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig am Montagabend nicht schon schlecht genug gewesen, hatte diese 0:3-Niederlage noch andere Nachrichten geliefert. Für Maximilian Beister, Stefan Aigner und Manuel Konrad hatte der Abend allesamt eine Spielsperre zur Folge. Beister sah die fünfte, Konrad die zehnte Gelbe Karte, Aigner flog sogar kurz vor Abpfiff nach einem Foulspiel im Mittelfeld noch mit Gelb-Rot vom Platz. Ohne dieses Trio wird der KFC Uerdingen am Samstag beim Tabellenletzten VfR Aalen bestehen müssen. Während Konrad als Sechser im defensiven Mittelfeld fehlen wird, sind Beister und Aigner jedoch zwei hoch veranlagte Offensivspieler.

Umstellung des Systems
ist möglich

Der ohnehin in dieser Saison lahmende Angriff wird mit dem Fehlen der beiden früheren Bundesligaprofis noch einmal geschwächt. Trainer Frank Heinemann muss sich eine Lösung ausdenken, wie er im sechsten Spiel seiner Amtszeit jene Torgefahr herstellen will, die seine Mannschaft dringend braucht. Eines der Merkmale – von der allgemeinen Verunsicherung und dem bekannten Phlegma des Teams einmal abgesehen, erspielte sich der KFC gegen Braunschweig kaum Chancen: „Der Kopf arbeitet derzeit viel. Vielleicht stellen wir das System auch um“, sagt Heinemann. Nähere Angaben machte der 54-Jährige nicht. Eines aber ist klar. Osayamen Osawe, im Winter aus Ingolstadt geholt, wird wohl den Stürmer geben. Viel mehr Alternativen haben die Uerdinger für die vorderste Linie derzeit nicht. In Beister fehlt der beste Torschütze der Krefelder mit elf Treffern, sechs davon erzielte er in der Rückrunde, als es in 15 Spielen bisher nur 13 Tore für den KFC gab.

Nicht mal mehr ein Tor
pro Spiel steht zu Buche

Im Vergleich: In den zwölf Spielen unter Stefan Krämer in der Regionalliga, in denen der KFC der Aufstiegsrunde entgegen stürmte, jubelten die Uerdinger insgesamt 41 Mal in zwölf Spielen. Das waren 3,4 Tore pro Spiel. Unter Krämer knickte der Wert dann in der Hinrunde der 3. Liga schon ein: 26 Tore bis zu seiner Entlassung nach 20 Partien: 1,3 pro Spiel. Seine Nachfolger hatten noch weniger Fortune: In den danach folgenden 14 Spielen traf der KFC nur noch 13 Mal (0,9 Treffer/Spiel). Viel zu wenig für eine Offensivreihe um Aigner, Beister oder auch den aus Zürich geholten Rodriguez. Mittelstürmer Adriano Grimaldi, im Januar nachverpflichtet, ist erneut verletzt.

Kefkir spielt keine
tragende Rolle mehr

Einen Torjäger neben dem Rechtsaußen Beister haben die Uerdinger nicht. Osawe konnte als Mittelstürmer bisher ebenso wenig reüssieren wie auch Stefan Aigner, der zwar viel arbeitet und Vorlagen verteilt, seinen letzten Treffer aber am 6. Oktober gegen Jena setzte – vor einem halben Jahr. Oguzhan Kefkir, unter Krämer noch einer der besten Linksaußen mit sechs Treffern in der Hinrunde, spielt keine tragende Rolle mehr. Ihm kommt seit der Demission Krämers nur noch eine Reservistenrolle zu. Ob Ali Ibrahimaj (drei Tore) in dieser Saison noch einmal zurückkehrt, ist weiter offen. Ein Heilsbringer aber wird er nach einer halbjährigen Verletzungspause nicht sein. Grimaldi dürfte nach seinem erneuten Riss des Syndesmosebandes nicht mehr zum Einsatz kommen.

Spieler aus der zweiten Reihe sollen Offensive beleben

So dürfte die Wahl am Samstag auf Spieler aus der zweiten Reihe fallen, die die Offensive beleben sollen. Der junge Johannes Dörfler für die rechte Seite bekam schon gegen Braunschweig Einsatzzeit. Ansonsten aber hat Heinemann nur noch Akteure im Kader, die eher rund um den Strafraum beheimatet sind: Dribbler Maurice Litka und Roberto Rodriguez, der vielleicht auch hinter der Spitze spielen könnte. Dann wäre links Platz für Kefkir, den dann nominell treffsichersten Offensivmann.

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