KFC Uerdingen: Das unnötige KFC-Auswärtsspiel

KFC Uerdingen : Das unnötige KFC-Auswärtsspiel

Wer sich am Donnerstag mit dem Auto zur schönen Schauinsland-Arena quälen musste, hatte im Stau eine Menge Zeit, sich über diesen unnötigen und wenig imageträchtigen Trip zu ärgern. Sehr viel Zeit.

Die gesamte Ansetzung beim hilfsbereiten MSV wäre zu vermeiden gewesen, wenn die Stadt rechtzeitig reagiert hätte. Hat sie aber nicht. Das ist mindestens eine grobe Fehleinschätzung.

Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Dass einer Stadt im Nothaushalt beide Arme auf den Rücken gebunden sind und sich der KFC in 20 Amateurjahren oftmals eher als bunte Wundertüte darstellte denn als ernsthaftes Projekt, sei an dieser Stelle erwähnt. Dennoch: Spätestens im Herbst deutete sich an, dass der sportliche Erfolg des KFC seine eigenen Strukturen brutal überholt — und die Infrastruktur der Grotenburg ebenso. Das Sportdezernat hat es versäumt, Hausaufgaben zu machen, den Fall der Fälle vorzubereiten. Viel zu spät sind die mögliche Relegation und die damit verbundenen Erfordernisse thematisiert worden, viel zu lang und gelassen wurde die Tabelle beobachtet. Deshalb ist es gut, dass die Pflege der Sportstätten dem Kommunalbetrieb zugeschlagen wird. Für den großen Showdown in der Grotenburg ist das zu spät. Vielleicht rettet der Wechsel andere über Jahrzehnte vernachlässigte Sportstätten wie die Rheinland-Halle oder das Bockumer Badezentrum.

Der KFC und seine Fans haben jedenfalls in der wichtigsten Phase der Saison zwei Auswärtsspiele, die Waldhof-Anhänger waren sogar in Duisburg näher am Spielgeschehen als die KFC-Familie im Oberrang. Wer es dann rechtzeitig ins Stadion geschafft hatte, sah den Jungs von Trainer Krämer die Nervosität auf ungewohntem Terrain deutlich an. Im Grunde ist der ungewollten Großzügigkeit der Waldhof-Stürmer zu verdanken, dass der KFC nicht gar mit einer knappen Niederlage nach Mannheim fahren muss.

Positiv gesprochen reist Uerdingen am Sonntag also mit einem Auswärtstor auf dem Konto an.

Wenn das Team den Profi-Fußball zurückbringt nach Krefeld, müssen möglichst zügig professionelle Bedingungen rund um die Grotenburg her. Die Politik hat das nötige Geld freigegeben und die Verwaltung kann es, hoffen wir, besser.

Mehr von Westdeutsche Zeitung