Großkreutz — der Universal-Spieler

Großkreutz — der Universal-Spieler

Der Dortmunder ist nach drei Jahren erstmals wieder im DFB-Team.

Düsseldorf. Der Mann ist so vielseitig wie ein Schweizer Messer. Rausholen, aufklappen, loswerkeln. Drei Jahre lang hat Joachim Löw sein Allzweck-Werkzeug nicht gebraucht. Am 10\. Februar 2011 machte Kevin Großkreutz sein drittes und bis heute letztes Länderspiel gegen Italien (1:1). Am Dienstag Abend kommt für den 25-Jährigen von Borussia Dortmund der vierte Einsatz für Deutschland dazu.

Die Begegnung mit Chile in Stuttgart ist für Großkreutz eine Riesenchance. Bewährt er sich, dürften seine Chancen auf eine Nominierung für den WM-Kader deutlich steigen. Und sein Vereinstrainer Jürgen Klopp weiß auch warum: „Kevin kann mindestens vier, wenn nicht sogar fünf Positionen spielen. Ein solcher Spieler ist ein Segen für jede Mannschaft.“ Großkreutz der Universal-Spieler.

Am Dienstag Abend wird Großkreutz auf der rechten Abwehrseite verteidigen, weil Kapitän Philipp Lahm ins Mittelfeld rückt. Wo er spielt ist dem Dortmunder allerdings egal: „Ich freue mich einfach, dabei zu sein. Ich will befreit aufspielen, Spaß haben und der Mannschaft helfen.“

Großkreutz ist vielleicht nicht der eleganteste Techniker, aber ein Mentalitätsspieler. Einer der, wie er sagen würde, immer Bock hat sich zu zerreißen. Und er ist der Beweis, dass der Bundestrainer ernst macht mit seiner Äußerung nicht auf die „theoretisch besten“, sondern auf die „aktuell besten Spieler“ zu setzen.

Auf die Frage, wie er selbst seine WM-Chancen einschätze, zögerte er kurz. „Motiviert bin ich immer, ich möchte hier und im Verein gute Leistungen zeigen, dann wird man weiter sehen.“ Vornehme Zurückhaltung, die Großkreutz dann doch ablegt: „Es wäre wunderbar. Ja, ich will zur WM.“ Bisher kennt der Dortmunder Publikumsliebling das Gastgeberland nur aus dem Urlaub. Nicht unwahrscheinlich, dass sich das in diesem Sommer ändert. Am 8\. Mai gibt Löw sein Aufgebot bekannt.