Nationalteam Hrubesch lässt Torfrau-Frage für Olympia offen

Frankfurt/Main · Merle Frohms hütete zuletzt bei EM und WM das deutsche Fußball-Tor. Einen Freifahrtschein für die Sommerspiele bekommt die Wolfsburgerin aber nicht.

Die deutschen Torhüterinnen Merle Frohms (l) und Ann-Katrin Berger beim Training.

Die deutschen Torhüterinnen Merle Frohms (l) und Ann-Katrin Berger beim Training.

Foto: Daniel Karmann/dpa

Im Gegensatz zu Julian Nagelsmann bei der Männer-Nationalmannschaft hat sich Bundestrainer Horst Hrubesch bei den deutschen Frauen nicht auf eine Stammkraft im Tor für das diesjährige große Turnier festgelegt.

„Ich lasse diese Frage einfach mal offen. Wenn morgen eine verletzt ist, dann ist die andere die Nummer 1. Warum soll ich mich da festlegen?“, sagte der 74 Jahre alte Hrubesch bei einer DFB-Schalte.

Bei den deutschen Frauen ist die Wolfsburgerin Merle Frohms schon mehrere Jahre Stammkeeperin. Zuletzt setzte Hrubesch aber auch Ann-Katrin Berger ein, die kürzlich vom FC Chelsea zu NJ/NY Gotham FC in die USA gewechselt war. Dem aktuellen 23er-Aufgebot für die nächsten EM-Qualifikationsspiele gegen Polen am 31. Mai (20.30 Uhr/ZDF) in Rostock und am 4. Juni (18.00 Uhr/ARD) im polnischen Gdynia gehört neben Frohms und Berger auch Stina Johannes von Eintracht Frankfurt an. Zu den Olympischen Spielen in diesem Sommer darf Hrubesch nur zwei Torfrauen mitnehmen.

Bei den DFB-Männern soll Manuel Neuer bei der Heim-Europameisterschaft im Tor der Nationalmannschaft stehen. Darauf hatte sich Bundestrainer Nagelsmann nach dpa-Informationen bereits im März festgelegt, allerdings fiel der Bayern-Keeper dann gegen Frankreich und die Niederlande erneut verletzt aus. Neuers Dauerrivale ist Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona.

„Ich habe drei Top-Torhüterinnen dabei im Moment. Also versuche ich, auszuprobieren, wen ich mitnehme. Vielleicht habe ich es schon im Kopf“, sagte Hrubesch. „Deswegen würde ich es ganz gerne sehen, dass Stina Johannes auch mal spielt.“ Die 24-Jährige hat bisher kein Länderspiel bestritten. Berger (33) gilt als eine der besten Torfrauen der Welt, stand aber zuletzt klar im Schatten der 29 Jahre alten Frohms.

Als „eher unrealistisch“ bezeichnete Hrubesch einen Olympia-Einsatz von Sara Däbritz. Die Mittelfeldspielerin von Olympique Lyon, die 2016 in Rio de Janeiro zu den deutschen Goldmedaillengewinnerinnen zählte, fällt derzeit nach einer Knöcheloperation aus. Die DFB-Auswahl trifft bei den Sommerspielen in der Vorrunde auf Australien, die USA und Sambia.

© dpa-infocom, dpa:240522-99-124527/2

(dpa)
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