Wolf Werner: „Wellington fehlt nur ein Tor“

Wolf Werner: „Wellington fehlt nur ein Tor“

Wolf Werner glaubt an eine positive Entwicklung mit einem „dichteren Kader“. Fortunas Geschäftsführer setzt auf Qualität.

Düsseldorf. Mit seiner Transferpolitik hat Wolf Werner maßgeblich dazu beigetragen, dass Fortuna Düsseldorf eine großartige Saison in der 2. Fußball-Bundesliga absolviert hat. Der Geschäftsführer Sport des Traditionsklubs ist zwar aktuell immer noch auf der Suche nach einem Abwehrspieler, stand der Westdeutschen Zeitung aber zu einem ausführlichen Gespräch zur Verfügung.

Werner: Abgesehen von derzeitigen Problemen im Nacken- und Halsbereich bin ich zufrieden - auch mit dem Vorbereitungsstand der Mannschaft.

Werner: Die Vorbereitung ist selten ein Spiegelbild der Saison. Natürlich wartet noch große Arbeit auf den Trainer. Der Feinschliff wird ohnehin noch vier, fünf Spiele in Anspruch nehmen. Zudem ist eine so phänomenale Saison nicht so einfach zu wiederholen.

Werner: Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und Akteuren, die über ein großes Potenzial verfügen. Verloren haben wir Anderson, dessen Ablöse von uns einfach nicht zu stemmen war. Bei Martin Harnik war die Ablösesumme machbar, beim Gehalt konnten wir mit den Erstligisten nicht mithalten.

Werner: Wir planen jetzt nur noch mit 22 Spielern, weil wir in Qualität investieren wollen. Der Kader ist so auf jeden Fall dichter als im vergangenen Jahr, wo nur 15 Spieler das Gros aller Partien bestritten hat und einige Spieler nicht mehr als fünf Pflichtspiele absolviert haben. Wir sind aber auch von größeren Verletzungen verschont geblieben. Keiner kann nun mehr eine Auszeit nehmen. Im Konkurrenzkampf müssen Platzhirsche und Neue gleichermaßen zulegen.

Werner: Im Angriff haben wir uns sehr gut verstärkt. Das gilt auch für Torghelle, Beister und Königs. Wellington wird sich positiv entwickeln. Ihm fehlt nur ein Tor und die Spielpraxis. Da können wir dem Trainer vertrauen, er wird etwas aus ihm herauskitzeln. Tiago ist ein erfahrener Mann, der auch die Sechs spielen kann.

Werner: Ich halte Ratajczak und Melka beide für überdurchschnittliche Torleute mit besonderen Qualitäten. Ich habe lieber zwei gute Keeper, als einen guten und einen Ersatzmann, bei dem man Angst haben muss, wenn er ins Tor muss.

Werner: Wir bekommen nicht automatisch fünf Punkte Vorsprung, und das Startprogramm hat es natürlich in sich. Aber ich bin froh darüber. Auch früher wollte ich möglichst am Anfang einer Saison gegen die Bayern spielen. So früh sind die Großen noch nicht eingespielt. Selbst der letzte Spieler weiß dadurch auch, dass er gefordert ist. In Cottbus haben wir nach der 2:4-Niederlage der Vorsaison ohnehin etwas gut zu machen.

Werner: Die Prognosen überlasse ich den Medien. Die ersten zehn Spiele werden richtungsweisend sein.

Werner: Mir ist klar, dass die Fans große Erwartungen haben. Es ging ja zuletzt nur aufwärts. Für uns ist es interessant, wie das Umfeld reagiert, wenn wir zweimal hintereinander verlieren. Unser Ziel muss es sein, die Anhänger immer spüren zu lassen, dass die Mannschaft unbedingt gewinnen will. Den Ruf: Wir wollen Euch kämpfen sehen, gab es schon lange nicht mehr.

Werner: Nein, es gibt noch viele Ressentiments. Wir werden wieder sportlich in Vorleistung treten müssen. Die Zweifler sollten sich überzeugen lassen. Denn es bringt allen enorme Vorteile, die diesen Schritt gemacht haben. Zumindest seitdem ich bei der Fortuna bin, wurde drei Jahre seriös und ruhig gearbeitet. Mannschaft, Vorstand und Aufsichtsrat müssen dafür sorgen, dass die typischen Aussetzer der älteren Vergangenheit weiter ausbleiben.

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