Wer will der Fortuna schaden - ist es wirklich eine Kampagne?

Kommentar : Wer will Fortuna schaden?

Seit Tagen sorgt die Debatte über den Vorstand der Fortuna für Unruhe. Dafür gibt es zwei Ursachen.

Was da an einem Krisengewitter  über Fortuna Düsseldorf hereingebrochen ist, hat zwei Ursachen. Im Verein – von den handelnden Personen im Aufsichtsrat und im Vorstand sind Fehler gemacht worden. Zum Beispiel, dass einige Dinge nicht klar genug kommuniziert worden sind. Die Komplexität des Raman-Verkaufs etwa, die Personalentscheidungen auf der Direktoren-Ebene oder die Problematik von Nebenbeschäftigungen eines Vorstandsvorsitzenden, ohne dass er im operativen Bereich tätig ist.

Einige unerledigte Themen werden weiterhin für Probleme sorgen, wie die Uneinigkeit im Aufsichtsrat und die immer noch nicht abgeschlossene Abfindungs-Geschichte um den Ex-Vorstands-Vorsitzenden Robert Schäfer.

Hinzu kommt etwas, was die Vereinsführung als Kampagne gegen Verein und leitende Personen der Fortuna bezeichnen. Natürlich stellt sich die Frage, wer der Fortuna schaden will – oder zumindest den führenden Figuren, dem Vorstandsboss Thomas Röttgermann und Reinhold Ernst an der Aufsichtsrats-Spitze. Es ist natürlich auch ein Ablenkungsmanöver von einer Kampagne zu sprechen, um die Kritik an den eigenen Fehlern aus dem Brennpunkt zu nehmen. Es ist allerdings nachvollziehbar, dass der Verein versucht, Maulwürfe im eigenen Lager zu identifizieren, die persönliche Mails und Vertragsunterlagen weitergeben. Und ebenso verständlich ist es, die Hintermänner dieses Versuches zu finden, der Fortuna zu schaden.

Die Artikel auf eine herausragende Recherchearbeit der Autoren zurückzuführen, geht wohl an der Wahrheit vorbei. Solche Internas sind Dinge, die meist nur an die Öffentlichkeit gelangt sind, wenn jemand eine offene Rechnung mit einem persönlichen Gegner hat. Dass vielleicht Ex-Mitarbeiter des Vereins sich für ihre Demission rächen wollen, ist bloße Theorie. Und irgendwen ohne jeden Beweis zu verdächtigen, darf jetzt nicht zur Methode werden. Sonst nimmt die Krise größere Ausmaße an.

Mehr von Westdeutsche Zeitung