Wellingtons Ziel: Aufstieg

Wellingtons Ziel: Aufstieg

Fortunas neuer Stürmer wurde offiziell vorgestellt. Trainer Meier setzt auf eine ganz besondere Fürsorge für den Brasilianer

Düsseldorf. Wellington weiß nicht, warum ihm seine Mutter den (Ruf-)Namen eines berühmten englischen Feldherrns und Staatsmannes gegeben hat, der Napoleon 1815 bei Waterloo an der Seite von Feldmarschall Blücher so vernichtend geschlagen hat. Geschichtliches Wissen ist nicht gefragt, wenn Wellington Luis de Sousa in der nächsten Saison für Fortuna auf Tore-Jagd gehen wird.

"Wir haben ihn geholt, weil er Tore schießt und kopfballstark sowie im Strafraum sehr gefährlich ist", erklärte Norbert Meier am Dienstag bei der Präsentation des bislang namhaftesten Zugangs der Fortuna vor der neuen Saison. Der Trainer des Fußball-Zweitligisten hat seinen Urlaub unterbrochen, und steht für Wellington zur ersten Solo-Trainingseinheit zur Verfügung. "Die Qualitäten, die der Junge besitzt, werden der Fortuna helfen. Aber wir müssen uns sehr fürsorglich um ihn kümmern."

Schnell ist der Vergleich gezogen zu Anderson, der ebenfalls als Brasilianer ohne große Deutsch-Kenntnisse und wenig Spielpraxis zur Fortuna kam und dann eine großartige Saison spielte. Auch Wellington muss erst wieder Selbstbewusstsein aufbauen und "Deutsch lernen" (Meier). Denn weder in Hoffenheim noch im letzten halben Jahr beim niederländischen Meister Twente Enschede kam der 22-Jährige großartig zu Geltung.

"Trotzdem habe ich keine Bedenken", erklärte Geschäftsführer Wolf Werner. "Dass er gut sein muss, sieht man auch an der hohen Summe, die Hoffenheim für ihn investiert hat, um ihn zu holen." Über fünf Millionen Euro hat der Bundesligist für den beidfüßigen Stürmer ausgegeben. "Er ist mit seiner Entwicklung etwas in Verzug geraten", sagt Werner. "Aber das war Martin Harnik auch, bevor er zu uns kam."

Die Hoffnungen haben einen Hintergrund, obwohl sich Wellington in Enschede nicht durchsetzen konnte. Der Schweizer Blaise Nkufo war als Rekordtorschütze und Kapitän von Twente nicht zu verdrängen. "Es war eine Entscheidung des Trainers. Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht dorthin gegangen", sagt Wellington, der sich selbst als Instinktfußballer charakterisiert, der vor dem gegnerischen Tor schnell die Situation erfassen kann.

So war ihm wohl auch umgehend klar, dass Fortuna seine große Chance darstellen kann. "Ich habe mit einigen Kollegen gesprochen, die mir die Fortuna empfohlen haben", sagte Wellington, der sich ohne Umschweife den Aufstieg mit seiner neuen Mannschaft als Ziel gesetzt hat. Und dann sagt er noch etwas, was die Fans hoffen lässt: "Ich bin müde geworden, jedes Jahr den Verein zu wechseln." Deshalb wird Wellington alles für den Erfolg tun. Denn das Scheitern in Düsseldorf wäre für ihn ein persönliches Waterloo.

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