Fortuna Düsseldorf: Was die Fortuna-Familie zusammenhält

Fortuna Düsseldorf : Was die Fortuna-Familie zusammenhält

Nach dem 1:1 gegen Kiel gab es kein Halten mehr. Die Fans der Fortuna feierten sich und die Mannschaft - und sicherten sich ganz besondere Andenken.

Düsseldorf. Diesmal umrahmte ein anderes Lied diesen besonderen Moment. Nicht „Tage wie diese“, sondern der Song „Alles aus Liebe“ von den Toten Hosen traf diesmal wesentlich besser die Gefühlslage von Fortunas Fans. Zu den Klängen dieser Ode standen die Spieler auf dem Logen-Balkon auf der Haupttribüne und ließen sich feiern — und wurden von den Rängen und dem dicht mit Anhängern in rot und weiß überfluteten Rasen bejubelt. Die Fortuna-Familie zeigte in der Feierlaune, wie sie zusammenhält. Da gab es keine Unterschiede mehr zwischen Stammzuschauern und Event-Fans. Es war die Stunde des Feierns und Genießens.

Dabei hatten die 90 Minuten zuvor für viele der 50 000 Zuschauer im ausverkauften Stadion diesmal nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Selbst, dass die Fortuna die Tabellenführung wieder an Nürnberg (2:0-Sieg in Sandhausen) verloren hatte, war völlig unwichtig. „Die Schale werden wir uns in Nürnberg holen“, versprach Robin Bormuth, der kurzzeitig sauer auf sich und seine Mannschaftskameraden war, weil die Fortuna durch Benito Raman in Führung gegangen war und dann doch noch — und relativ schnell — den Ausgleich kassiert hatte.

„Das war so unglücklich. Der Duksch schießt erst zwei Schienbeine an, dann rollt der Ball auch noch durch meine Beine“, klagte Bormuth, der aber schnell wieder sein typisches breites Grinsen im Gesicht hatte, als er Raphael Wolf von den Journalisten losriss, damit Mannschaft und Funktionsteam vollzählig zum feiern auf dem Stadion-Balkon erscheinen konnten. Auch Friedhelm Funkel sagte noch etwas zum auch aus seiner Sicht unnötigen Ausgleich. „Vorher hätte Benito Raman den Ball auf die Tribüne schlagen können, anstatt ihn unbedingt im Spiel halten zu wollen.“ Aber auch der Trainer konnte an diesem Tag niemandem richtig zürnen.

Alle Spieler waren begeistert, welchen Rahmen die Fans ihnen in der Arena boten. Die vielen tausend Fähnchen, die Gesänge und die Anfeuerung verliehen den teilweis ein wenig müde wirkenden Fortunen in den entscheidenden Momenten neue Kräfte gegen einen sehr starken Gegner, der erneut zeigte, mit welcher Wucht und Offensivkraft er agiert.

Im Vergleich zum 3:0 gegen den FC Ingolstadt konnte man erkennen, dass sich die Fortuna ihrer Sache bereits sicher sein kann. Es fehlte die ganz große Wucht und der letzte Wille, um ein noch höheres Risiko einzugehen. Aber letztlich kann die Mannschaft ja noch in Nürnberg das nachholen, was sie gegen Kiel verpasste.

Letztlich war das 1:1-Unentschieden ein mehr als zufriedenstellender Abschluss einer Heimserie, die ihresgleichen in der Liga sucht. Die Fortuna ist mit zehn Siegen und vier Unentschieden in 17 Spielen die beste Heimelf der 2. Bundesliga in dieser Spielzeit. Sie hat ihre Fans nicht enttäuscht. Doch das gilt auch für die meisten Auswärtsspiele. Die Mannschaft hat sich standesgemäß ohne Niederlage aus ihrer Arena verabschiedet und Appetit auf die in drei Monaten startende Bundesliga-Saison gemacht.

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