Von Abschied, Enttäuschung und neuen Zielen

Von Abschied, Enttäuschung und neuen Zielen

A wie Abschied. Am Sonntag verabschieden sich die Fortuna-Fans von einer durchwachsenen Saison. Aber auch von einigen Spielern wie Tobias Levels, Fabian Giefer oder Martin Latka.

B wie Büskens. Der ehemalige Trainer Mike Büskens hatte anfangs die Hoffnungen der Fans getragen und erlitt Schiffbruch. Das 1:0 gegen Sandhausen rettete ihm kurzzeitig den Job, knapp drei Wochen später wurde der gebürtige Düsseldorfer Ende November entlassen.

Foto: Wolff (2), dpa

C wie Choreographien. Leuchtende Farbenspiele ließen die Düsseldorfer Fankurve immer wiede farbenprächtig erscheinen. In dieser Saison sorgte die Fantasie der Anhänger für tolle Anblicke — gigantisch mit Straßenbahn und Skyline vor dem Spiel gegen Bochum, „klassisch“ in Rot und Weiß mit Jan Wellem in Karlsruhe.

D wie Defensiv. Diese Spielweise verordnete Büskens-Nachfolger Lorenz-Günther Köstner der Fortuna bei seinem Amtsantritt. In der Hinrunde hatte es nach etlichen fatalen Patzern im „Umschaltspiel“ 25 Gegentore gegeben — in der Rückrunde bisher nur 17.

E wie Enttäuschung. In der ersten Saisonhälfte war es wohl das meistgebrauchte Wort — über die Ergebnisse und teils desolaten Leistungen. Am schlimmsten: das 2:4 nach 2:1-Führung bei Aufsteiger Bielefeld, die 1:6-Klatsche gegen Paderborn und das 0:3-Debakel in Aue.

F wie Fabian Giefer. Fortunas Nummer eins wird den Verein verlassen — leider ablösefrei. Im vergangenen Sommer nach dem Bundesligaabstieg hatte sich nichts ergeben, einem vorzeitigen Wechsel in der vergangenen Winterpause (mit Ablöse) erteilten die Verantwortlichen eine Absage.

G wie Greuther Fürth. Fürth war mit der Fortuna vor einem Jahr aus der Bundesliga abgestiegen. Das Hinspiel entschieden die Düsseldorfer etwas glücklich für sich, im Rückspiel zeigten die Fürther klar den Unterschied zwischen einem Wiederaufsteiger und einem Mittelfeldteam auf.

H wie Helmut Schulte. Wolf Werner sollte ihn eigentlich bis Ende März als Manager einarbeiten. Doch Anfang Februar die Überraschung: Der „alte Wolf“ zog sich vorzeitig zurück, seither hält Schulte die Fäden alleine in der Hand.

I wie Ihlas Bebou. Er ist wohl der Pechvogel der Saison. Im Trainingslager im vergangenen Sommer erlitt er einen Schädelbruch. Nach seinem Zweitligadebüt im Herbst setzte ihn ein Knorpelschaden außer Gefecht — einer der vielen Langzeitverletzten bis Saisonende.

J wie Jimmy Hoffer. Nach mehreren enttäuschenden Einsätzen als „Fehleinkauf“ abgestempelt und zunächst unterschätzt, kam Oliver Reck als Interimstrainer, und der Österreicher spielte groß auf. In sechs von acht Spielen traf der Stürmer ins Tor.

K wie Krankschreibung. Cheftrainer Lorenz-Günther Köstners Nervenblockade und seine Viruserkrankung ist offensichtlich die Krankschreibung des Jahres. Erstmals verkündet Anfang April, wurde diese wöchentlich verlängert. Zuletzt allerdings gleich bis zum Tag des letzten Saisonspiels. Es spricht wenig für eine Rückkehr Köstners.

L wie „Lumpi“ Lambertz. Das Fortuna-Urgestein spaltete die Meinung der Fans diese Saison wie kaum ein anderer. Die einen sprachen ihm die technische Tauglichkeit für die zweite Liga ab, die anderen wollen nicht die läuferische Leistung und Einsatzfreude missen.

M wie Muskelverletzungen. Diese plagten die Fortuna in der jetzigen Saison so oft, wie in den letzten fünf Jahren zusammen. Anfälligere Spieler? Mangelnde Fitness? Schlechte Vorbereitung? Sicherlich ein Punkt, der im Sommer besprochen werden muss.

N wie Neue Spieler. Neuverpflichtungen für die kommende Saison stehen schon fest: Rechtsverteidiger Julian Schauerte kommt vom SV Sandhausen, der Finne Joel Pojahnpalo wurde für zwei Jahre von Bayer Leverkusen ausgeliehen.

O wie Offensive. schien lange Zeit ein Fremdwort zu sein für die Fortunen. In der Hinrunde gelangen gerade in drei Spielen mehr als ein Tor, insgesamt nur 16 Treffer. In der Rückrunde wurde es besser — in acht Spielen zwei Tore oder mehr, insgesamt schon 25.

R wie Regisseur. Auf dem Feld wollte Levan Kenia der Spielleiter sein — aber das Vorhaben misslang. In der Winterpause kam Michael Liendl, und seither hat die Fortuna einen Denker und Lenker im Angriffsspiel, der seine Kollegen in Szene setzt und auch selbst torgefährlich ist.

S wie Sechster. Diesen Tabellenplatz belegen die Düsseldorfer aktuell und können diesen sogar noch aus eigener Kraft verteidigen. Immerhin, wer hätte das im vergangenen Herbst noch erwartet? Nach oben ist angesichts des dramatisch besseren Torverhältnisses der fünftplatzierten Karlsruher trotz möglicher Punktgleichheit nichts mehr drin.

T wie Torschützenkönig. Der Goalgetter im Team dürfte wohl Charly Benschop werden, der bislang zehn Treffer erzielt hat. Allerdings hat Erwin „Jimmy“ Hoffer ordentlich aufgeholt — um den den Niederländer einzuholen, müsste er gegen seinen Ex-Klub Kaiserslautern am Sonntag aber drei Tore erzielen.

U wie Unter dem Strich. Auf den Abstiegsrängen stand die Fortuna in dieser Saison kein einziges Mal. Am siebten, neunten und 16. Spieltag belegte die damals von Trainer Mike Büskens betreute Mannschaft allerdings den 15. Platz.

V wie Vereinspräsident. Peter Frymuth verkündete Anfang Oktober sein Ausscheiden aus dem Vorstand. Unglücklicherweise beinahe zeitgleich mit dem sofortigen Rücktritt von Vorstandsmitglied Thomas Allofs. In der Folge war von kopfloser Vereinsführung die Rede, weil auch Wolf Werners Abschied als Sportvorstand beschlossene Sache war. Mit der Einsetzung von Präsident Dirk Kall und dem Amtsantritt von Helmut Schulte glätteten sich allerdings die Wogen.

W wie Weigerung. Die „Degradierung“ von Michael Rensing sorgte zum Saisonstart für Schlagzeilen, weil er sich offen gegen seine Rolle als Nummer zwei aufgelehnt hatte. Mittlerweile ist der Torwart „begnadigt“, durfte zuletzt sogar spielen und wird mit der Fortuna in die neue Saison gehen.

X-mal. Immer wieder hatten die Verantwortlichen die wenigen Anhänger schon ermahnt, die mehrmalig Signalfackeln, Böller und Rauchtöpfe in den vergangenen Jahren angezündet hatten. Offenbar erfolglos: In Aalen wurde wieder gezündelt, was die Fortuna durch mögliche Geldstrafen wieder empfindlich spüren wird.

Y wie Youngster. Junge Nachwuchsspieler aus der zweiten Mannschaft sprangen in dieser Saison erfreulich oft in die Bresche: Tugrul Erat erspielte sich einen Stammplatz, Timm Golley erzielte sogar sein erstes Zweitligator, und auch Samuel Piette durfte sein Debüt im Profifußball feiern.

Z wie Zielsetzung. Der Vorsatz für die kommende Saison kann nur das Anknüpfen an den Schwung aus den jüngsten Wochen sein. Das Ziel für diese Saison, oben mitzuspielen, wurde hingegen deutlich verpasst.

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