Fortuna Düsseldorf: Uwe Klein: „Mir hat das Herz geblutet“

Fortuna Düsseldorf: Uwe Klein: „Mir hat das Herz geblutet“

Fortunas neuer Chefscout möchte mithelfen, den Erfolg zurück zu bringen. Derzeit sucht der 46-Jährige noch nach einem Stürmer.

Düsseldorf. Uwe Klein ist wieder ein Fortune. „Ich freue mich natürlich riesig, wieder für den Verein arbeiten zu dürfen, für den ich zwischen 2002 und 2014 tätig war“, sagt der 46-Jährige. Die Aufgaben haben sich verändert. Die zwölf Jahre vor seinem Abschied hatte Klein den Posten des Co-Trainers fest in Besitz und überlebte diverse Wechsel auf dem Cheftrainer-Stuhl. Den größten Erfolg feierte er mit dem Aufstieg in die Bundesliga an der Seite von Norbert Meier in der Saison 2011/12.

Dort kühlten sich die Spieler nach dem ersten Training in Eistonnen ab. (Bild 2) Foto: Christof Wolff

„Von den Kollegen, die mich von früher kennen, glaube ich, freuen sich einige, dass ich wieder zurück bin“, sagt der neue Chefscout und Kaderplaner des Fußball-Zweitligisten, der damit unter anderem die Mitarbeiter der Geschäftsstelle, Paul Jäger und Aleks Spengler meint. In den vergangenen beiden Jahren, in denen Klein die meiste Zeit als Geschäftsführer bei Hansa Rostock gearbeitet hat, verlor er „seinen Verein“ nie aus den Augen. Der erste Blick ging immer darauf, wie die Fortuna gespielt hatte. „Mir hat da schon das Herz geblutet, als es in Düsseldorf abwärts ging. Deshalb freue ich mich jetzt darauf, wieder mit anpacken zu dürfen“, sagt der vormals als „ewiger Co-Trainer“ bezeichnete Rückkehrer.

Jetzt schaut Klein nur nach vorne. Viel Zeit, um in der Vergangenheit zu schwelgen, bleibt ihm derzeit auch gar nicht. Klein wird die Scouting-Abteilung leiten. In Zusammenarbeit mit Cheftrainer Friedhelm Funkel, Vorstandsboss Robert Schäfer und Sportvorstand Erich Rutemöller wird er sich auch um die Kaderplanung kümmern. Das Teamwork mit Robert Palikuca, der den Vorstand sportlich berät, sollte reibungslos verlaufen, da sich beide aus der Meier-Ära gut kennen.

„Zunächst geht es um die erste Mannschaft, aber ich werde auch Hand in Hand mit dem Nachwuchsleistungszentrum und den dortigen Scouts arbeiten“, sagt Klein, der die guten Leistungen im Nachwuchsbereich lobte: „Die Leute dort haben einen guten Job gemacht.“ Zunächst ging es ihm um eine Bestandsaufnahme und ein direktes Anpacken, um den Profikader noch einmal zu verstärken, nachdem Schäfer den Bereich des Scoutings als größte Baustelle des Vereins bezeichnet hatte. „Dieser Aufgabe stelle ich mich auch und will die Verantwortung dafür übernehmen.“

Über genügend Kontakte verfügt Klein nach eigener Aussage. „Die sind während meiner Tätigkeit in Rostock brutal gewachsen“, erklärt er. „Unglaublich, was man da als Geschäftsführer an Anrufen und Anfragen bekommt. Ich weiß, mit wem ich gesprochen habe und werde ausgewählte Kontakte nutzen.“

Die Tätigkeit war für Klein nicht nur deshalb „eine wichtige Erfahrung“. Dass es bei Fortuna in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls nicht gerade ruhig war, stört ihn nicht. Und auch die neue Ausrichtung des Clubs kommt Klein entgegen: „Wir suchen junge Spieler, die Fortuna als eine Chance sehen und sich hier weiterentwickeln wollen“, sagt Klein, der glaubt, dass die Fortuna mit Unterstützung der erfahrenen Spieler etwas aufbauen kann. „Es gibt nicht nur jung oder alt, es gibt nur gut oder schlecht. Bei den jungen Spielern ist auf jeden Fall noch Potenzial und Hunger da.“ Mit der Suche nach einem gestandenen Stürmer ist Klein derzeit beschäftigt, „aber wir haben ja noch bis zum Schließen des Transferfensters Ende August Zeit.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung