„Unbegreiflich, wie wir auswärts auftreten“

„Unbegreiflich, wie wir auswärts auftreten“

Während Wolf Werner den Aufstieg abhakt, glaubt Claus Costa noch daran.

Düsseldorf. Nach der Pleite in Cottbus durfte man gespannt sein: Wer spricht es als erster Fortune aus? Wer sagt, dass es wohl das Ende der Aufstiegsträume für den Fußball-Zweitligisten war? Sport-Geschäftsführer Wolf Werner verpackte die Absage an die Spitzenplätze gewohnt vorsichtig: "Es war doch ein schöner Traum."

Der ist zwar noch nicht ganz vorbei, aber mit einer wieder einmal unterirdischen Leistung auf fremdem Platz fast endgültig verspielt. Der "Auswärtsfluch" ist der große Haken an der Sache. Das sah auch Routinier Jens Langeneke so.

Angesprochen darauf, ob der Traum vorbei sei, sagte der 32-Jährige: "Ja, da sind wir jetzt mal realistisch." Langeneke könnte also in Ruhe für die nächste Saison in der 2. Bundesliga planen, denn sein Vertrag verlängerte sich mit diesem 25. Saisoneinsatz automatisch um ein weiteres Jahr. Die Vereinbarung gilt aber nur für die zweite Liga.

"Der Abstand ist schon sehr groß, das kannst du kaum mehr aufholen", sagte Mannschaftskapitän Andreas Lambertz. Es ginge vielleicht, wenn die drei Spitzenteams fast alles zum Saisonende verlieren und die Fortunen sich keinen Ausrutscher mehr erlauben würden. "Aber dafür sind die anderen zu konstant", sagte Lambertz.

Die Fortuna ist es wohl auch - in eigener Arena im positiven, auswärts im negativen Sinne. Die heimstärkste Mannschaft der Liga (als einziges Team noch ungeschlagen) stolpert in ungewohnter Umgebung von einer Pleite in die nächste. In 15 Auswärtsbegegnungen gab es neun Pleiten und nur drei Siege. Das lässt Andreas Lambertz fast verzweifeln: "Wie wir auswärts auftreten, ist mir unbegreiflich. Wir können nicht das umsetzen, was wir uns vornehmen."

Das wurde in Cottbus schon in den ersten Minuten deutlich. Claus Costa wollte sich allerdings in den Abgesang nicht so recht einreihen, er hielt sich lieber an die Fakten der Tabelle. "So lange rechnerisch noch etwas möglich ist, sollten wir uns nicht aufgeben." Reine Durchalteparolen? Marcel Gaus springt Costa zur Seite: "Abgehakt ist es sicher nicht. Aber wir müssten schon alle Spiele gewinnen, und das ist ziemlich schwierig."

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