Trotz Vertragsverlängerung von Funkel - noch ist bei Fortuna nicht alles wieder wie vorher

Reaktionen auf die Vertragsverlängerung : Trotz des neuen Trainer-Vertrages — noch ist bei Fortuna nicht alles wieder wie vorher

Friedhelm Funkel freut sich über den Abschluss. Das Vertrauensverhältnis muss wieder neu wachsen.

Lange haben Fortunas Verhandlungs-Parteien am Dienstagnachmittag nicht zusammen gesessen, bis die Unterschrift unter dem neuen Vertrag stand. Es ist (noch) nicht wieder alles beim alten, aber die Einigung ist erzielt „und ich darf mit dieser fantastischen Mannschaft weiterarbeiten“, sagte Friedhelm Funkel. Die Glückwünsche wehrte Fortunas Cheftrainer auf dem Neujahrsempfang wenig später aber ab. Er sei ohne Forderungen in die Verhandlungen gegangen und war erfreut, dass das Thema in anderthalb Stunden vom Tisch war.

„Es stimmt, der Vertrag wurde so abgefasst, dass er nur für die erste Liga gilt“, sagte Fortunas Trainer. „Das ist aber auch okay so und entspricht meinen Vorstellungen.“ Dass ein wenig von dem Vertrauen zur Vereinsführung verloren gegangenen sei, wäre nach diesen Ereignissen allerdings für ihn normal. „Aber wir werden als Fortuna zusammen stehen, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen.“ Einige seiner Spieler seien bereits auf ihn zugekommen und hätten ihm gratuliert. „Wir als Mannschaft freuen uns sehr, hoffen aber auch, dass wir ab jetzt in Ruhe arbeiten können“, sagte Kapitän Oliver Fink. „Wir geben alles, besonders für den Trainer, aber auch für die Fortuna.“ Die Frage, wie seine Spieler künftig auftreten, ging auch an Funkel. „Ich denke, die Einstellung der Mannschaft wird sich nicht ändern. Sie hätte auch alles in die Waagschale geworfen, wenn am Ende der Saison für mich Schluss gewesen wäre.“ Vielleicht mache es den Profis nun noch ein wenig mehr Spaß. „Ich selbst werde auf jeden Fall alles dafür tun, dass Fortuna ein weiteres Jahr in der Bundesliga spielen wird.“ Ob es danach noch einmal weitergeht für den 65-Jährigen, ließ er offen. „Ab August oder September wird die Rente erstmals ausgezahlt“, sagte Funkel grinsend.

Reinhold Ernst: Wir müssen
jetzt nach vorne schauen

Auch die Führungsriege der Fortuna dürfte beruhigt sein, dass die „Marbella-Krise“ jetzt erst einmal zu den Akten gelegt werden kann. Traurig ist allerdings, dass einige so genannte Fans mit Bedrohungen gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden und dem Sportvorstand reagiert haben. Das war gestern beim Empfang im Tulip Inn völlig anders. Mit freundlichem Applaus wurden Robert Schäfer und Aufsichtsratsboss Reinhold Ernst auf der Bühne begrüßt. Das war wohl vor allem auf den Vertragsabschluss zurückzuführen. „Wir haben in den ersten Gesprächen Fehler gemacht und versuchen das verlorene Vertrauen wieder aufzubauen“, sagte Schäfer, der verkündete, dass die notwendigen Grundlagen zur weiteren Zusammenarbeit gefunden worden seien. „Wir müssen also leider die anderen Klubs der Liga enttäuschen. Ab heute werden wir unseren Weg wieder so konsequent wie vorher weitergehen.“ Auch Reinhold Ernst warb für das Vertrauen in die Mannschaft, den Trainer, aber auch in den Verein: „Wir müssen und werden ab jetzt wieder nach vorne schauen.“

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