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Torwart Michael Rensing: „Ein Dreier macht vieles leichter“

Torwart Michael Rensing: „Ein Dreier macht vieles leichter“

Michael Rensing glaubt, dass die Fortuna die Kurve bekommt. Bei Teamgeist und Fitnessstand gebe es keine Probleme.

Düsseldorf. Michael Rensing war in den vergangenen drei Spielen von Fortuna Düsseldorf unser „Mann des Tages“. Der Torhüter war für die ansonsten verunsichert wirkende Mannschaft von Oliver Reck der Rückhalt. Wir sprachen mit dem 30-Jährigen, um etwas über die Ursachen des schwachen Starts in Erfahrung zu bringen.

Herr Rensing, wie erklären Sie sich die Probleme Ihrer Mannschaft vor allem in Würzburg und gegen Karlsruhe?
Michael Rensing: Auch die ersten beiden Spiele waren nur phasenweise ordentlich. Das beste Gefühl hatte ich in der ersten Hälfte gegen Braunschweig, weil wir da so gespielt haben, wie wir es uns vorgestellt und so auch in der Vorbereitung gezeigt haben. Eine richtige Erklärung habe ich letztlich nicht. Natürlich haben wir uns Gedanken gemacht, es kam zu einer Aussprache innerhalb der Mannschaft, in der verschiedene Punkte angesprochen wurden. Man kann nicht immer alles rational erklären. Oft spielt neben den sportlichen Dingen auch der Kopf eine große Rolle. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir noch an einem sehr frühen Zeitpunkt der Saison sind. Wenn wir jetzt endlich den ersten Dreier einfahren sollten, dann wird sich vieles lösen.

Kritiker werfen dem Trainerteam vor, dass die Mannschaft nicht topfit sei. Ist da etwas dran?
Rensing: Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin überzeugt, dass wir alle in einem guten Zustand sind. Als Torhüter trainieren wir zwar öfter separat, aber aufgrund der langen Vorbereitung und der Trainingsintensität glaube ich das nicht. Das wäre auch eine zu einfache Ausrede. Außerdem sollte man nicht alles schlechtreden, es waren auch gute Phasen dabei. Wir müssen einen Sieg einfahren, egal wie. Dann kommen gute Laune, Lockerheit und auch das Selbstvertrauen zurück.

Wie sieht es mit dem angeblich angeknacksten Teamgeist aus?
Rensing: Da ist überhaupt nichts dran. Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben wir sogar eine noch bessere Kameradschaft. Die Chemie stimmt absolut. Die Mannschaft ist völlig intakt.

Wie kommen Sie mit dem neuen Torwarttrainer Simon Jentzsch aus?

Rensing: Man kennt sich ja noch als Kollegen und wir haben ein paarmal gegeneinander gespielt. Es ist wichtig, dass man auf einer Wellenlänge ist und dass es sportlich passt. Wir können froh sein, einen so guten Torwarttrainer bekommen zu haben, der menschlich astrein ist und ein hervorragendes Torwarttraining macht. Wir vier ergänzen uns super.

War Ihnen vor der Saison klar, dass die Entscheidung für Sie ausfallen wird, was die Nummer 1 angeht? Sie haben in der Vorbereitung so locker und trotzdem sehr engagiert gewirkt.
Rensing
: Sicher kann man sich nie sein. Wenn ich auf dem Platz stehe, bringe ich mich da voll und ganz ein und versuche, mein Bestes zu geben und der Mannschaft zu helfen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich von der Entscheidung völlig frei gemacht und keine Erwartungen gehabt, da ich in meiner Karriere schon sehr viele Szenarien erlebt habe. Ich habe versucht, aus jedem Tag der Vorbereitung das Beste zu machen. In der Saison davor war es ein anderes Erlebnis.

Haben Sie die Erfahrungen von damals verarbeitet, als Sie kurz vor dem ersten Spiel erfahren haben, dass der Konkurrent die Nummer 1 sein wird?
Rensing: Warum das Ganze zustande gekommen ist, hatte ja damals auch Gründe. Ich war unter anderen Voraussetzungen nach Düsseldorf gekommen. Es war alles etwas komplexer als viele wissen. Ich freue mich umso mehr, dass sich die Situation jetzt so erfreulich entwickelt hat.

Was macht Sie so sicher, dass in Aue der Erfolg zurückkehrt?
Rensing: Wir wünschen uns das natürlich. Der Tabellenplatz ist zum jetzigen Zeitpunkt unwichtig. Viel mehr müssen wir in die Spur finden und spielen, wie wir uns das vorstellen und wie wir es auch können. Dann kommen die Punkte schon. In Aue ist es immer schwierig zu spielen. Wenn wir fleißig trainieren, uns stets versuchen zu verbessern, dann werden wir auch wieder erfolgreich sein und das Selbstverständnis entwickeln, das uns in den letzten Monaten ausgezeichnet hat.

Sie haben auch eine persönliche Erinnerung an Aue, wo es nächsten Samstag zur Sache geht . . .
Rensing: Ja, es war saukalt, und ich musste nach der Roten Karte direkt einen Elfmeter abwehren, was leider nicht gelang.

Aber für den restlichen Verlauf der Saison wird die Fortuna ihr Saisonziel erreichen und oben mitspielen, oder?
Rensing: Es sind erst drei Spiele absolviert. Man landet in der 2. Liga nicht im Vorbeigehen ganz oben. Dahinter steckt harte Arbeit, Woche für Woche und Spiel für Spiel. Deshalb sollte man stets nur auf das nächste Spiel schauen.