Torjäger Hennings will mit Fortuna Düsseldorf das Steuer herumreißen​

1. Bundesliga : Torjäger Hennings will mit Fortuna Düsseldorf das Steuer herumreißen

Gegen Mainz soll Fortuna Düsseldorf wieder ihre in Berlin vermisste Leidenschaft zeigen und muss intensiver verteidigen.

Aus Fortuna-Sicht war Rouwen Hennings am Freitag in Berlin einer der Hauptpersonen. Der Stürmer schoss in Berlin nicht nur sein fünftes Pflichtspieltor. Er war auch nach dem Spiel auf 180, weil seiner Meinung nach der Schiedsrichter und das Videoteam in Köln nicht richtig aufgepasst hatten. Die Meinung tat er auch lautstark vor dem Mikro und der TV-Kamera kund. Drei Tage später wollte der 32-Jährige über dieses Thema nicht mehr sprechen. „Dazu ist alles gesagt“, meinte er und verriet zumindest, dass diese drei Szenen, in denen es für die Fortuna um Elfmeter-Entscheidungen ging, auch in der Videoanalyse der Mannschaft vor dem Training am Montag eine Rolle gespielt haben. „Über dieses Thema könnte man Stunden reden, aber das bringt anscheinend eh nichts“, sagte er noch.

Rouwen Hennings weiß aber natürlich auch genau, dass nicht der Schiedsrichter das Spiel für Fortuna  in Berlin verloren hat. Er und seine Mitspieler hätten sich natürlich über die Szenen und die daraus folgenden Entscheidungen aufgeregt. Dazu hat der Referee mit seinen Entscheidungen beigetragen. Aber die Verantwortung für die Niederlage mussten schon die Spieler selbst übernehmen. „Es ist klar, dass wir in diesem Spiel wie auch gegen Leverkusen nicht gut gespielt haben“, sagte Fortunas Stürmer. „Aber das ändert nichts daran, dass wir in den anderen Spielen mindestens auf Augenhöhe mit den Gegnern waren.“

An den neuen Flügelstürmern hat es in Berlin nicht gelegen

Die Enttäuschung ist Hennings im Gespräch noch anzumerken. „Wir hatten uns viel vorgenommen, konnten es aber nicht umsetzen“, sagt der 32-Jährige. „Es hat nach hinten nicht so gut geklappt, so sind wir auch nicht gut nach vorne gekommen, weil wir die Räume anders besetzen mussten.“ Es habe in diesem Spiel einfach der Zugriff gefehlt. Vorwürfe an die beiden neuen Flügelspieler gab es weder von Hennings noch von den Mannschaftskameraden. „Es hat nicht an den Außenspielern gelegen. Es hatte Ursachen im Verhalten der gesamten Mannschaft“, meint Hennings.

In den Gesprächen im Mannschaftskreis wurde deutlich, dass die Fortuna noch intensiver verteidigen muss. Mit aller Macht müsse die Mannschaft sich dazwischen werfen, um Gegentore zu verhindern. „Wir haben bisher in jedem Spiel getroffen. So sollte es unbedingt auch mal gelingen, zu null zu spielen“, sagt Hennings, der daraus nicht abgeleitet haben möchte, dass die Fortuna nur ein Abwehrproblem hat. „Wir spielen uns auch vorne zu wenig Chancen heraus.“ Zudem sei die Entlastung nach vorne nicht so gegeben. Dass die Mannschaft das Gefühl habe, wie im vergangenen Jahr nun automatisch aus der Ergebniskrise herauszukommen, stimme laut Fortunas bestem Torschützen nicht. „Die Situation ist schon anders, als in der vergangenen Saison. Wir spielen besser als zu Beginn  letzten Jahres“, sagt Hennings. „Aber wir konnten bisher das Ruder noch nicht herumreißen.“ Das soll am Samstag kommender Woche gegen Mainz dann gelingen.

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