Tatort Bremer Brücke

In Osnabrück soll die Negativserie am Samstag ein Ende finden. Kapitän Lambertz ist wieder einsatzbereit.

Düsseldorf. Es gibt angenehmere Orte, eine Niederlagenserie an ihr Ende zu führen. Osnabrück. Für Traditionalisten: Stadion an der Bremer Brücke. Neudeutsch: osnatel-Arena.

Da klingelt es in den Ohren der Fortuna-Fans, am Samstag werden rund 1400 von ihnen im Niedersächsischen zugegen sein, wenn der Tabellenletzte der 2. Fußball-Bundesliga sein Glück aufs Neue versucht (13 Uhr).

Düsseldorf sehnt sich nach den ersten Punkten. Am siebten Spieltag. Kein anderer Klub im deutschen Profifußball weist eine derart magere Bilanz auf. Und auch das Zahlenwerk der Vergangenheit verheißt nichts Gutes: In sieben Spielen in Osnabrück verzeichnete Fortuna fünf Niederlagen und nur einen Sieg.

Sven Demandt traf 1988 beim 5:1 drei Mal. Schöne Erinnerung. Die letzten drei Vergleiche in der 3. Liga gingen allesamt bei insgesamt 0:10 Toren verloren.

"Ich habe dort selbst noch gespielt, eine wunderbare Atmosphäre, enges Stadion, gute Stimmung", sagt Fortuna-Trainer Norbert Meier, der mit seinen Spielern am Freitag Mittag gen Osnabrück aufgebrochen ist. Meier steht unter Druck wie noch nie in seiner Düsseldorfer Zeit, mit jeder Niederlage wird dieser höher, aber Meier lässt das nicht an sich heran. "Ich bin 30 Jahre im Bundesliga-Geschäft", sagt er, als habe man dann alles erlebt. Aber sieben Pflichtspiel-Niederlagen in Folge?

"Losgelöst von unserer Situation: Dort musst du erst einmal den Kampf annehmen." Das Bochum-Spiel hat den Trainer mutig gemacht. Trotz Niederlage. "Einstellung, Laufbereitschaft, die haben gestimmt. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen." Indikator sei auch die Zuschauereaktion. "Und was hier Montag abgegangen ist, war einmalig", sagt Meier. "Das sollte unsere Mannschaft auch weiter stimulieren."

Der gesamte Kader ist beisammen, drei Spieler wird Meier vor dem Mittagstermin zu streichen haben. Zuletzt waren darunter auch die Zugänge Tiago und Sandor Torghelle, nicht viel deutet daraufhin, dass sich das in Osnabrück ändern wird.

Meier wird seine Elf, die in Sachen Einsatzbereitschaft zuletzt gegen Bochum ein Statement für den Trainer abgegeben hat, kaum ändern. Allenfalls Kapitän Andreas Lambertz könnte nach ausgestandener Rot-Sperre in die erste Elf rücken. Die Bremer Brücke wäre der richtige Ort für die Rückkehr des Kämpfers. "Er ist dabei, wird in Busreihe sechs sitzen", sagte Meier am Freitag. Also sagte er nichts.

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