Sieger oder Costa: Wer räumt vor der Abwehr auf?

Sieger oder Costa: Wer räumt vor der Abwehr auf?

Fortuna-Trainer Norbert Meier hat vor dem Spiel in Rostock die Qual der Wahl.

Düsseldorf. Stephan Sieger ging das Sonderlob von Trainer Norbert Meier runter wie Öl. "Das hat er richtig gut gemacht", hatte Meier nach dem 2:0 der Fortuna gegen Oberhausen gesagt.

Sieger beteuerte zwar, dass die drei Zähler für den Fußball-Zweitligisten das Wichtigste gewesen seien, doch die persönliche Freude ließ er dennoch klar durchblicken: "Es war ja keine einfache Situation vorher für mich."

Der 30-Jährige hatte zuvor lediglich im DFB-Pokal gegen Hamburg und in den ersten zwei Saisonspielen in der Startformation gestanden. Anschließend war er hin und wieder nicht einmal für den 18er-Kader berücksichtigt worden.

Ein schwerer Schlag für einen Stammspieler der Vorsaison, der weder verletzt, noch anderweitig gehandicapt war. Konkurrent Claus Costa hatte den Kampf um die "Sechs" zunächst einfach für sich entschieden, spielte sich mit starken Vorstellungen fest in Meiers erster Elf.

Bis zum vergangenen Wochenende: Gegen Oberhausen musste der fünf Jahre jüngere Fortune wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt aussetzen, und Sieger meldete sich mit einer überzeugenden Vorstellung zurück. "Man muss eben sofort da sein, darf nicht lange ’rumjammern", so Sieger.

Er und Costa haben dem Trainer eine knifflige Aufgabe gestellt: In keinem Rennen um einen Stammplatz bei den Düsseldorfern sind die Kandidaten so gleichauf wie bei der Position vor der Abwehr. Wer räumt also am Samstag in Rostock im defensiven Mittelfeld auf? Wer grätscht Andreas Lambertz, Oliver Fink oder Patrick Zoundi den Rücken frei? Die Entscheidung dürfte im Normalfall erst am Morgen vor dem Anpfiff fallen.

"Auf der Position habe ich tatsächlich keine Bauchschmerzen", sagt der Trainer, der Sieger zuvor schon vier Mal in Folge eingewechselt hatte. "Da habe ich auch schon immer Gas gegeben", sagte Sieger, der sich den Einsatz gegen Oberhausen dadurch auch verdient habe. Umso glücklicher war er, dass er der Mannschaft helfen konnte. "Wenn das heute in die Hose gegangen wäre, wäre das auch blöd für mich gewesen."

So eng liegen eben das Mannschaftswohl und das persönliche Interesse beieinander. Und die Frage nach dem Aufstieg beantwortet Stephan Sieger so weiträumig, wie er auf dem Platz unterwegs ist: "Es ist eben ein schmaler Grat, aber wir können es alle gut einschätzen. Die ersten acht bis zehn Mannschaften werden es unter sich ausmachen - und mal sehen wie wir aus den Startlöchern kommen."

Mehr von Westdeutsche Zeitung